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Romain Rolland
Diesen Menschen macht nicht der Stil: wohl schrieb er viele Bücher, aber vor ihm besteht die Frage: wie er sie schrieb, ebensowenig wie vor den großen Bekennern der Vergangenheit und der Gegenwart. Nur diese Frage gilt: warum?
Schreiben ist ihm nicht Spiel und nicht Kunst; Romain Rolland ist nichtj,Romanschriftsteller und nicht Dramatiker; sein Wort ist Bekenntnis; es klagt an, leuchtet sonnenhaft in Dunkelheiten, reißt Masken und Hüllen von Erschrockenen, stößt durch Mauern der Traditionen, sticht wie des Arztes Sonde durch Gewebe und Wucherungen der Zeit und verkündet und lobpreist das Gute und die Wahrheit.
Die tiefe Besonnenheit und die Größe Romain Rollands wurde den Vielen erst bewußt, als er aus dem Sturm dieser letzten Jahre heraus Europa flammende Anklage, beschwörende Bitte zurief: „Höret ihr, Europäer? Ihr haltet euch die Ohren zu. So horcht in euch selbst hinein. Wer ist nicht schuldig unter uns? Wer von uns hat das Recht, das Blut des ermordeten Europas von seinen Händen zu waschen? Jeder gestehe seinen Fehler ein und trachte ihn zu sühnen. Die beherrschende Tatsache ist die: Europa ist nicht frei. Die Stimme der Völker erstickt. In der Weltgeschichte werden diese Jahre als die große Knechtschaft bleiben. Eine Hälfte Europas bekämpft die andere im Namen der Freiheit. — Für diesen Kampf verzichteten beide Hälften auf die Freiheit Die Faust, die die Kette hält, ist die Plutus' und seiner Bande. Er ist der wahre Meister, der wahre Staatschef . Die Völker, die sich opfern, sterben für Ideen. Aber