Bővebb ismertető
Das vorliegende Buch behandelt den Bildhauer und Maler Michel= angelo. In dem Gesamtbild, das es zu entwerfen sucht, wird sich aber, wie ich hoffe, auch das architektonische Werk, das noch ge= nauer Einzelanalyse bedarf, einordnen lassen. Seit Mackowsky (1. Auflage 1908) ist eine Gesamtdarstellung Michelangelos in deut= scher Sprache nicht mehr erschienen. Das hat seinen Grund in der Entwicklung der modernen Kunstwissenschaft. Vor den neuen Auf= gaben, das Kunstwerk, losgelöst von seinem Schöpfer, aus dem historischen Kráftefeld zu deuten, das seine Gestalt, seinen Bedeu= tungsgehalt und seine Funktion bestimmt, ist die alte Aufgabe der Künstlerbiographie mehr und mehr zuriickgetreten. Auch Bücher, die noch den Namen eines Künstlers im Titel tragen, erweisen sich haufig genug als Scheinbiographien. In dem vorliegenden Buch ist der Versuch gemacht worden, von der Grundlage der neuen Auf= gaben, die durchaus bejaht worden sind, wieder zu der altén Auf= gabe der Künstlerbiographie zurückzufinden. Das einzelne Werk ist keineswegs nur als Illustration eines grófién Künstlerlebens, son= dern als Gestaltung, d. h. als Objektivation von Kráften, die weit über das Persönliche hinausreichen, begriffen worden. Aber nicht das einzelne Werk sondern das Gesamtwerk als Lebensvollzug und Lebensleistung steht im Mittelpunkt der Betrachtung. Die Einpassung in die Reihe der Urban=Bücher hat eine starke Beschrankung des Textes und der Abbildungen notwendig gemacht. Vor allém die Abbildungen wollen nur als Hinweise auf die Origi= nale verstanden werden. Das Buch, aus immer erneuter Zwiesprache mit den Originalen erwachsen, wünscht sich seine Leser in der Cappella Sistina, der Cappella Medicea und den anderen Orten, die des Künstlers Werke bergen. Möchte es sich als Führer zu Michel= angelo" bewahren! Der Verfasser gedenkt mit besonderer Dankbarkeit der Hilfe durch das grofie (noch unvollendete) Michelangelowerk Charles de Tolnays. Der Kundige wird freilich merken, wo andere Wege der Deutung eingeschlagen worden sind. Bonn, an der Wirkungsstatte Carl Justis, im Frühjahr 1959. Herbert von Einem.