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Ich bin schon Mensch, weil ich es sein will, weil ich berufen bin, es zu sein. Ich habe kein anderes Ziel, als Mensch zu sein und alles, was mich hindert, zu diesem Ziele zu schreiten, zerschmettere ich."(Bakmin)An einem sonnigen Märzmorgen des Jahres 1833 herrschte auf dem weitläufigen Hof der Tschernigow-Artilleriekaserne zu St. Petersburg eine selbst für den Militärbetrieb ungewöhnliche Aktivität. Unter lautstarker Anleitung der Unteroffiziere waren die Soldaten damit beschäftigt, Geschützrohre, Lafetten und Geschoßhülsen auf...
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Ich bin schon Mensch, weil ich es sein will, weil ich berufen bin, es zu sein. Ich habe kein anderes Ziel, als Mensch zu sein und alles, was mich hindert, zu diesem Ziele zu schreiten, zerschmettere ich."(Bakmin)An einem sonnigen Märzmorgen des Jahres 1833 herrschte auf dem weitläufigen Hof der Tschernigow-Artilleriekaserne zu St. Petersburg eine selbst für den Militärbetrieb ungewöhnliche Aktivität. Unter lautstarker Anleitung der Unteroffiziere waren die Soldaten damit beschäftigt, Geschützrohre, Lafetten und Geschoßhülsen auf Hochglanz zu polieren und alles in den denkbar schönsten Zustand zu versetzen. Der General der Feldartillerie Kutusow - Zarengünstling und Sohn des fast schon legendären Napoleonbezwingers", des Feldmarschalls Kutusow - wurde mit seinem Stab für den Nachmittag zur Besichtigung erwartet. Das Tschernigow-Regiment stand im Ruf einer Eliteeinheit, und diesen Ruf galt es heute unter Beweis zu stellen.Die Vorbereitungen waren im besten Gange. Der Schnee war in diesem Jahr schon frühzeitig geschmolzen, und die Märzsonne meinte es recht gut mit den beflissen arbeitenden Artilleristen. Nur bei den Soldaten der vierten Batterie schien nicht alles so zu laufen, wie es sollte. Oberfeldwebel Dragotin zwirbelte wütend seinen gewaltigen Kosakenschnurrbart und sprang wie ein gereizter Stier von einer Haubitze zur anderen.Nennt Ihr das etwa Glanz, Ihr Hundesöhne? Wer hat Euch gesagt, daß ihr an der Putzpomade sparen sollt? Und hier", er fuhr mit der Hand in eine Rohrmündung, was ist das hier? Pulverschleim ist das! Seit dem letzten Übungsschießen wurde das Rohr nicht ein einziges Mal gereinigt! Los, Du da. Du teiggesichtiger Bauer, nimm den Rohrwischer und fahr durch das Rohr bis es glüht 1"Da, da, Taschserschant!" stammelte der etwas begriffsstutzig wirkende Mann und kam ohne sonderlicher Eile dem Befehl nach. Dragotin war schon beim nächsten Geschütz:Oh, Ihr gottverfluchten Faulpelze, sollen das gereinigte und geölte Verschlüsse sein? Da klebt ja alles vor Dreck! Nochmal machen.alles! Roststellen wegschmirgeln - schont Eure zarten Fingerchen nicht 1 Und das Öl an die richtigen Stellen, Ihr Hohlköpfe! Glotzt nicht so dämlich, sondern beeilt Euch, wenn Ihr am Wochenende Ausgang haben wollt!" Schnaufend zog Dragotin ein großes buntgewürfeltes Taschentuch heraus, nahm die Mütze ab und wischte sich die schweißnasse Stirn. Von der Nachbarbatterie näherte sich grinsend der lange Feldwebel Bulgow, offenbar besserer Laune als sein Kamerad.Ich glaube fast, Rodion Semjonowitsch, daß Du jetzt ein Schlück-chen vertragen könntest. Hast wohl Ärger mit den Muschkoten, was?"Dragotin setzte mißmutig seine Mütze zurecht: Hast es erraten. Verdammter Mist! Soll den ausgerechnet meine Batterie heute Nachmittag bei der Besichtigung getadelt werden? Ich bin der Geschützausbilder, an mit bleibt dann alles hängen."Ja Bruder", entgegnete immer noch grinsend der andere. Da müßte man halt wie früher mit der guten, alten Knute zuschlagen können. Aber unser Zar Nikolaj - Gott gebe ihm langes Leben! -hat ja vor zwei Jahren die Leibesstrafe in der Armee verboten. Nun können wir uns bei dem Gesindel die Lungen aus dem Hals schreien - es nützt nicht viel." Ach was, die Knute", brummte Dragotin. Die hat auch nicht immer geholfen. Bin auch schon zu alt zum Prügeln. Will Dir mal was sagen, Jewgenij Anastasjewitsch, es liegt nicht nur an den Leuten. Wenn der verantwortliche Offizier keine Lust an der Sache hat, kann der Unteroffizier nicht alles allein machen. Schießausbildung, Geschützkunde, theoretischer Unterricht, Waffenpflege, gar nicht zu reden vom Exerzieren und vom Kleiderappell: Der Tag müßte doppelt so lang sein, wenn ich das mit diesen Bauern alles schaffen soll, von denen kaum zehn Mann lesen und schreiben können! Aber was soll ich tun? Gar nichts kann ich tun, nur sehen, wie ich am besten zurechtkomme! Ein Fluch ist das alles!" Bulgow sah sich um und fragte dann halblaut: Wer ist denn Dein Batteriekommandeur, Bruder? Es hat doch jetzt Umbesetzungen gegeben " und wir haben dabei kein Glück gehabt, Bruder. Unser Kommandeur, der Stabsfähnrich Bakunin, war seit vier Wochen nur zweimal in der Batterie, für vielleicht zehn Minuten, hat sich umgesehen, genickt, gedankt - und weg war er. So ist das."

Termékadatok

Cím: Mihail Bakunin [antikvár]
Szerző: Hans-Karl Tannewitz
Kiadó: Verlag für Literatur und Musik H. J. Heidenreich KG
Kötés: Vászon
Méret: 140 mm x 200 mm
Hans-Karl Tannewitz művei
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