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GELEITWORT ZUR SECHSTEN AUFLAGEAls im Februar 1926 die erste Auflage der amerikanischen Originalausgabe dieses Buches erschien, wunderten sich die Eingeweihten über die Kühnheit des Verfassers und des Verlegers wie konnten diese glauben, beim großen Publikum auch nur einige hundert Leute zu finden, die zu ihrer Unterhaltung, zum Vergnügen sozusagen, ausgerechnet eine Geschichte der Bakteriologie lesen wollten! Aber der Erfolg gab ihnen recht, ja er übertraf bei weitem die kühnsten Erwartungen.Ein halbes Jahr später waren sechs Auflagen verkauft, und im Frühjahr 1927 erschien unsre deutsche Übertragung, von welcher bis heute über fünfzigtausend Exemplare begeisterte Leser fanden. Dänische, finnische, holländische, polnische, schwedische, spanische, tschechische und ungarische Übersetzungen trugen seither den Ruhm dieses Werkes über die ganze Welt.Seinen fast einzigartigen Erfolg verdankt das Buch der Kunst des Verfassers, die Bakteriologie aus ihrem abseitigen Spezialistenwinkel herauszuholen und in den Breimpunkt der allgemeinsten Anteilnahme zu stellen, zugleich der Kunst, die abstrakte Geschichte dieser Wissenschaft zu verwandeln in zwölf blutvolle Lebensdramen ihrer bedeutendsten Forscher. Statt der wissenschaftlichen Ergebnisse: den trockenen, endlosen Statistiken über mißlungene und geglückte Versuche, ermüdenden und unverständlichen Beschreibungen physiologischer und chemischer Reaktionen oder wissenschaftlicher Laboratoriumstechnik, zeigt uns Paul de Kruif den rastlos suchenden Forschergeist bei seiner mühsamen, so selten erfolgreichen Arbeit. In greifbarer Lebendigkeit stehen sie vor uns, diese Mikrobenjäger, menschlich in ihren Schwächen, göttlich in ihren Taten", die von einer Idee besessen, unermüdlich, stur in der Abgeschiedenheit ihrer Laboratorien hinter einem unsichtbar winzigen Lebewesen herjagen, in dem sie die Ursache verheerender Seuchen suchen und finden!Helden der Aufopferung, der Arbeit und Selbstüberwindimg sind sie, nicht geringer als die bewunderten Helden der Kriege, werfen doch auch sie ihr Leben in den Kampf, in ein mutiges, verbissenes Ringen gegen heimtückische, imfaßbare Menschheitsgeißeln! Und der Sieg? Eine PiUe, ein Tröpfchen Serum, eine chemische Formel sind die einzigen Trophäen einer solchen Schlacht, aber welche Wunder bergen sie! Sie retten geheimnisvoll Tausende, vielleicht MiUionen von Menschenleben, die früher als Opfer würgender Seuchen dem ebenso geheimnisvollen Angriff winziger Mikroben erlagen.i':