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17. DEZEMBER 1925.UNSER Zug kam in der Frühe in Wien an. Otmar nahm vmsere beiden Koffer, ich den Knaben. Er war noch recnt verschlafen und blickte erschrocken nach allen Seiten um. Wir verließen den Bahnhof mit der Menge, die sich am Ausgange nach allen Seiten zerstreute. Viele wurden von Angehörigen erwartet. Uns erwartete niemand, wir wußten nicht, wohin wir gehen sollten. Wir begaben uns in einen Park in der Nähe des Bahnhofes und setzten uns auf eine Bank, die leicht mit Reif bedeckt war. Ein Gefühl tiefer Einsamkeit erfaßte meine Seele. Von allen Seiten her drang der Lärm der Großstadt auf uns ein, Automobile hupten und durch den Park liefen Leute, mit Paketchen beladen, einige trugen kleine Tannen. Man fühlte offensichtlich die Nähe des Weihnachtsfestes.Mich friert an den Händen!" sagte der Knabe. Ich will nach Hause!"Nach Hause! Dieses Wort klang mir sinnwidrig, phantastisch.Wir haben im ganzen zweihundertfünfunddreißig Schilling. Wir können nur in ein ganz billiges Hotel gehen", ließ sich nach einer Weile Otmar vernehmen.Ich will essen imd mir sind auch schon die Füße ganz abgefroren!" klagte Jurka wieder mit weinerlicher Stimme.Langsam erhoben wir uns und gingen durch die breite, nüchterne Laxenburgerstraße. Vor einem Gasthof blieben wir stehen und traten nach einiger Überlegung ins Gastzimmer ein. Ein dickes, verschlafenes Weib in einer blauen, schmutzigen Schürze nahm schweigend imsere Bestellung entgegen und brachte ims nach langer Zeit die verlangte Milch. Ein junges Mädchen, ebenso verschlafen wie die Alte, bewegte mit viel Geräusch die Tische, auf denen die timgekehrten Stühle aufgestellt waren.