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Prolog Das Geheimnis des Lebens1837Glaubst du, dass es diese Nacht geschieht?" Emily flüsterte ganz leise, als fürchtete sie, mit ihren Worten das Wunder zu zerstören, noch bevor es Wirklichkeit wurde. In dem dunklen, großen Treibhaus war es so still wie in einer Kirche. Nur ab und zu hörte man, wie ein Tropfen Wasser von einem Blatt in den Teich fiel.Genauso müssen die Nächte im Dschungel sein, dachte Emily. Am Amazonas, woher die Riesenpflanze kam, für die ihr Vater das Treibhaus gebaut hatte: Victoria regia, die Königin der Seerosen, die schönste und prachtvollste Blume der Welt. Träge trieb sie im warmen Wasser, jedes ihrer Blätter so groß wie eine Insel, und dazwischen, aufgetaucht aus dem schwarzen Teich wie eine Frucht der Unterwelt, die pralle Knospe, der Emilys ganze Aufmerksamkeit galt.Vielleicht in dieser Nacht, vielleicht in der nächsten", erwiderte Emilys Vater Joseph Paxton. Das muss die Natur entscheiden."Emily schmiegte sich an ihn, ohne die große dunkle Kapsel aus den Augen zu lassen.Ihr Vater hatte ihr ein Wunder versprochen: Hier in Chatsworth, mitten im kahen England, wollte er die Seerose zum Blühen bringen. Das hatte noch kein Gärtner vor ihm geschafft, seit Monaten arbeitete er auf dieses Ziel hin. Dafür hatte er das Gewächshaus und den Teich gebaut, Heizrohre im Boden verlegt und Gaslampen angebracht, damit die Pflanze es so hell und warm hatte wie im tropischen Dschungel und hier, Tausende Meilen vom Amazonas entfernt, ihre ganze Pracht entfaltete. Der Herzog von Devonshire, in dessen Dienst Emilys Vater stand, hatte gesagt, wenn Mr Paxton das schaffe, sei er ein Zauberer.Doch seit zwei Tagen hatte sich die Knospe nicht mehr gerührt.Sollen wir vielleicht beten?", fragte Emily.Das wird nicht nötig sein", lachte ihr Vater. Die Natur ist ohnehin auf