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Spürtest Du je die Sehnsucht den Scharen der Vögel zu folgen, die im Herbst nach Süden ziehen i Dich von dem engen Flecken Erde zwischen Häusern und Äckern, wo müde Menschen freudlos ihr Tagewerk verrichten, zu erheben und auf jenem pfadlosen Weg der Sonne entgegen über Meere und Länder ihnen nachzuziehen?' Bedrückte dich je das Gefühl von Gebundensein in den ewig einförmigen Nadelwäldern, in den engen Tälern zwischen den Bergwänden oder am Strande eines Meeres, dessen andre Küste du niemals sahst i Hat dein Herz nicht nach Sonne und Licht und Leben geschrien, in den grauen Herbsttagen, da die letzte Blüte erfroren war i Denn jene heiße Sehnsucht glüht verborgen in uns allen, uns Kindern der kalten Länder, deren Urgeschlecht in vorgeschichtlicher Zeit dem weichenden Eis nach Norden folgte. Wir vergessen das, solange die Sonne unserem Wendekreis entgegenstrebt, aber es glüht in einem geheimen Winkel unseres Herzens alle Zeit unter so vielen namenlosen Gefühlen ein Funken von der Glut jener Sehnsucht, die den Zugvogel über die Erdteile treibt.
Und wir alle erinnern uns eines Tages in unserer Kindheit, als jenes Gefühl zum ersten Mal in uns erwachte.
Vielleicht erinnerst du dich des Storches, als er mit seinen Jungen über der Niederung kreiste, und sie immer höher und höher flogen,
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