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Eigentlich war es ein Abend wie jeder andere, an dem die Familie vollzählig beisammensaß - und das passierte wiederum selten, denn irgendeiner fehlte meist im trauten Kreis.
Jeden Dienstag hielt Hermann Wolters, Studienrat für Erdkunde und Geschichte, seinen vielbesuchten Vortrag über »Glanz und Untergang des Römischen Reiches« in der Volkshochschule von Bamberg. Am Mittwoch traf Walter Wolters, Abiturient und Chefredakteur einer umstrittenen linksgerichteten Schülerzeitung mit einer Gruppe junger Gleichgesinnter zusammen, die sich »Revolutionäre Spitze« nannte. Am Freitag hatte Gabi Wolters, langmähnige Unterprimanerin, ihren Disco-Abend, und am Samstag durfte Manfred Wolters, zehn Jahre jung und das Verzogenste, was in Bamberg in fleckigen Jeans herumlief, seine Reitstunde nehmen. Zu Hause blieb eigentlich nur Dorothea Wolters, die Mutter, und wurde deswegen auch manchmal erstaunt gefragt: »Was tust du eigentlich den ganzen Tag?«
Man kann sich also beinahe ausrechnen, welcher Tag es diesmal war: Es blieben ja nur Montag und Donnerstag übrig, denn die Sonntage gehörten natürlich auch wieder den vielen getrennten Interessen der Familie. Bei Walter hieß das Ingeborg, bei Gabi schlicht Phip, was eine Kurzform von Philipp war.
Diesmal war es ein Montagabend. Man saß im Wohnzimmer vor dem Fernsehgerät, verfolgte gelangweilt die