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FESTSTELLUNG
Übrigens war die weimarische Gesellschaft reich an gebildeten, liebenswürdigen und geistvollen Frauen, die Herrenwelt dagegen, von den berühmten Gelehrten und Dichtern abgesehen, roh und ungehobelt. Doch die Frauen ersetzten, was den Männern abging, die, wie Statisten auf dem Theater, eigenthch nur als Lückenbüßer genutzt wurden. Traf es sich, daß Reisende in Weimar weilten, deren Persönhchkeit einige Beachtung verdiente, so ward ihnen das Glück zuteil, erste Rollen zu spielen, sei es als Liebhaber oder als Held. Natürhch schmeichelte den Fremden solche Auszeichnung und forderte sie auf, ihren Gönnerinnen, aus Dankbarkeit, die unbegrenzteste Huldigung darzubringen. Beide Teile befanden sich dabei wohl. - Was mich betraf, so zog ich ein geselhges Leben, in dem die Frauen herrschten, jedem anderen vor und fühlte mich unter den Weimara-nerinnen bald einheimisch
Henriette v. Egloffstein, Memoiren
Damen im Park zu Weimar