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KX-Bestseller neu aufgelegt
Gangster sind nicht immer finstere Figuren von robuster Gestalt und primitiv<^r Denkweise, sondern zuweilen auch von ihrer Umwelt — in Unkenntnis ihres wahren Wesens — geschätzte und geachtete Mitglieder der menschlichen Gesellschaft, innerhalb derer sie exponierte Stellungen einnehmen. Diese Tatsache und der oft hochentwickelte Intellekt dieser Art von Verbrechern erschwert den Kriminalisten die Klärung von Fällen, die von solch oft beinahe teuflisch-genialen Typen geplant und veräbt werden, ungemein. Doch in Persönlichkeiten wie Kommissar X finden oft audi sie ihren Meister.
Gerald Lewis (52) — Die
Grenze: seines Reinlidi-keitsempiindienis lag beim mut
Jenny Lohner (28) — Ein
scheues Reh — und doch ,4ie Echse"? — Dies fragt sich lange Zeit KX
Professor Beak (60) — Er
hatte eine sehr eigene Ansicht über die Befolgung eines Mottos
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I.Kapitel
Mittwoch abend, acht Uhr fünfundvierzig.
Jo Louis Walker stand vor dem Schuhsdirank auf seinem Flur. Er suchte die bequemsten Slipper aus, die zugleich die ältesten waren, und zog sie an. Dann ging er ins Wohnzimmer, goß aus einer neuen Flasche Queen Anne drei Finger breit in ein Wasserglas und trug es zum Couchtisch.
Im Vorbeigehen schaltete er den Fernsehapparat ein und ließ sich mit einem erleichterten Seufzer in den Sessel fallen.
Er nahm einen kräftig;en Schludi aus dem Glas, stellte es wieder auf den Tisch und wollte sich behaglich zurücklehnen. Das Geschehen auf dem Bildschirm erregte jedoch sein Mißfallen. Er stand deshalb auf und schaltete auf einen anderen Kanal; doch auch auf diesem und zwei weiteren Kanälen wurden Dinge gezeigt, die ihn anöde-ten.
Ärgerlich schaltete er das Gerät aus.
„Zum Kotzen!" knurrte er. „Geh'n wir also ins Bett."
Bevor er jedoch seine Absicht verwirklichen konnte, läutete die Türklingel.
Er öffnete die Tür.
„Guten Abend. Mister Walker", sagte die' junge Frau, die mit ihrem roten Pullover, dem grünen Schal und grünen Handschuhen Mut zur Farbe bewies. „Ich bin Mrs. Lohner. Darf ich Sie kurz sprechen?"
Jo nickte müde. „Bitte, kommen Sie herein,"
Während sie in den Flur trat, begutachtete er ihre langen, schlanken Beine mit den zerbrechlichen Fesseln. Nicht übel, dachte er.
„Ich mußte so spät kommen", entschuldigte sich die Besucherin und nahm
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in dem Sessel Platz, den ihr Jo anwies. „Ich arbeite gemeinsam mit nieinem Mann im .Natural History Museum, und ich wollte Sie zunächst allein sprechen. Später können Sie dann Fred sehen, wenn Sie es für richtig halten. Er ist noch nicht zu Hause."
„Ist alles hochinteressant, besonders, da Sie so vieles auslassen. — Um uns beiden Zeit zu sparen: Ich beobachte keine Ehemänner. Aber ich will Ihnen gern einige Adressen "
„Nein, Mister Walker, Sie werden gleich begreifen, daß nur Sie für mich in Frage konamen. — Entschuldigen Sie, ich bin so durcheinander. Kommt mir vor wie ein Abenteuer, ohne Freds Wissen einen Detektiv zu engagieren."
„Möchten Sie einen Whisky?"
„Nein, danke!"
„Fred ist Ihr Mann — Mister Lohner?"
Sie nickte. „Ich habe Angst um ihn. Vor etwa zwei Wochen fing es an. Er arbeitet unter Professor Beak in der Abteilung Vorgeschichte. Früher gingen wir immer zusammen nach Hause. Oder er ließ mich zuschauen, wenn er nach der Arbeitszeit noch etwas präparierte. Eines Abends brachte er mich zum Bus und sagte, er müsse noch mal zurück ins Museum. Ich fuhr vor, wartete mit dem Essen, aber Fred kam nicht."
„Kochen Sie gut?"
Mrs. Lohner brachte ein winziges Lächeln zustande. „Fred ist sehr solide. Vielleicht sogar zu sehr in seine Arbeit vertieft."
„Trinkt er?"
„Hin und wieder einen Cocktail vor dem Essen. — Nein, an dem Abend war er völlig nüchtern, als er nach Hause kam — um zwölf Uhr! Er schien merkwürdig aufgeregt. Ich konnte nichts aus ihm herausbringen. Er sagte nur: ,Eine große Sache, Jenny!' Und damit