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VORWORT
|as Wandern ist eine Rasseneigenschaft des nordischen Menschen, es ist sein ureigenes Bedürfnis. In den Schicksalen des nordischen Menschen wie in sämtlichen seiner Dichtungen dringt immer wieder die Sehnsucht nach Wanderungen, Entdeckungsreisen, Abenteuern und Gefahren empor. Ist es da erstaunlich, daß ich in der Nachkriegszeit, in den Jahren der Armut, der seelischen wie der materiellen, mit der Jugend sonntäglich, feiertäglich hinauszog an den Urquell alles Seins, in die Natur? Kein freier Tag wurde ausgelassen. Das Wetter spielte keine Rolle, und die Gesetze dieses Wanderlebens gaben die Jungen sich selbst. „Einfachheit", denn sie hatten ja nichts, „Bescheidenheit", betteln und stehlen wollten wir nicht, „Kameradschaft", sie muß sein, wo Pflichten und Lasten verteilt werden wollen. So sind wir gewandert mit den Jüngeren durch die Gaue des engeren und weiteren Vaterlandes, und mit der reiferen Jugend hinaus in die Weite, von den Goldminen des Ural bis hin zu den sonnedurchglühten Bergen des Hochatlas, von den eisigen Tundren des Nördlichen Eismeers bis zu den schneeigen Gipfeln des Kaukasus. Aber ein Gedanke quälte mich in jener Zeit oft: „Kannst du es verantworten, daß bei der wirtschaftlichen Notlage des Vaterlandes die Jugend, wenn auch mit äußerst bescheidenen Mitteln, diese Fahrten unternimmt? Mußt du nicht dafür sorgen, daß neben dem spontanen Erlebnishaften einer jeden solchen Fahrt ein möglichst reicher Inhalt, eine geistige Vertiefung als Ergebnis nach Hause gebracht werde?"
So kam das Prinzip der Arbeit in die Fahrt. Jeder Teilnehmer, der sich anmeldete, verpflichtete sich nicht nur zu der genauesten Einhaltung unserer drei Richtlinien: Einfachheit, Bescheidenheit und Kameradschaftlichkeit, sondern auch noch zu einer Arbeit auf einem von ihm nach seiner Liebhaberei, seiner Veranlagung selbstgewählten, engumgrenzten Gebiet wissenschaftlicher, künstlerischer, wirtschaftlicher oder sportlicher Natur. Auf diese Arbeit bereitete er sich vor und suchte sie auf der Fahrt zu vertiefen.