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TEL AVIV20. Oktober 1956 D-Day minus neunDas Cottage des Ministerpräsidenten, eine Hinterlassenschaft der ehemaligen deutschen Kolonie, lag unauffällig inmitten des riesigen Verteidigungskomplexes am Nordrand von Tel Aviv. Mitternacht war schon vorüber. Der Strom der Besucher reduzierte sich zu einem Rinnsal und versiegte dann ganz.Im Moment war David Ben Gurion allein: für ihn die erste Möglichkeit dieses Tages, endlich in Ruhe nachzudenken. Er saß an einem Schreibtisch, von dem aus er den langen, mit grünem Filz bezogenen Konferenztisch überblicken konnte. Aschenbecher quollen über von kalten Zigarettenkippen. Die Obstkörbe enthielten nur noch Kerngehäuse von Äpfeln und Birnen, Weintrauben-und Pfirsichkerne, Bananenschalen. Halbleere Sodaflaschen mit schal gewordenem Inhalt standen herum, während andere wie ein Zug Infanterie, dessen Soldaten im Kreuzfeuer lagen, wahllos über den Tisch verstreut waren.Die Soldaten des Reinigungstrupps, zwei junge Männer und zwei junge Mädchen mit den Abzeichen der obersten Sicherheitsstufe, kamen auf Zehenspitzen hereingeschhchen und machten sich über das Chaos her.Hast du irgendeinen Wunsch - einen Tee vielleicht? erkundigte sich eines der jungen Mädchen.11