Bővebb ismertető
VorwortDer Reformprozeß in den Staaten Mittel- und Osteuropas (MOE) schreitet sichtbar voran. Nach der Unterzeichung weiterer Assoziierungsabkommen richten sich nun zehn assoziierte MOE-Staaten ein auf eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Fünf Länder - Ungarn, Polen, Rumänien, die Slowakei und Lettland - haben bereits formelle Beitrittsanträge gestellt.Der Prozeß der Heranführung der MOE-Staaten an die Union gestaltet sich indes widersprüchlich. Einerseits hat die EU-Strategie zur Vorbereitung eines künftigen Beitritts der MOE-Staaten seit dem Essener Gipfel Ende 1994 eine neue Dynamik entwickelt. Andererseits täuschen die Fortschritte in der Annäherung der MOE-Reformstaaten an die Union nicht darüber hinweg, daß sich die Aussichten auf eine baldige Osterweiterung der EU wenig konkret verbessert haben.Längst ist der Beitritt der MOE-Staaten nicht mehr nur eine Frage des Anpassungsstandes der einzelnen Länder, sondern berührt die grundsätzliche Frage der Reform- und Erweiterungsfähigkeit der Union selbst. Innerhalb der EU, aber auch in Mittel- und Osteuropa wächst die Skepsis, ob die Union in absehbarer Zeit die Handlungsfähigkeit eines Europa der 27 garantieren kann.Die Vorbereitung auf einen Beitritt der MOE-Staaten in die EU erfordert deshalb von beiden Seiten enorme Anstrengungen. Die Assoziierungsstaaten bleiben aufgefordert, den schwierigen Transformationsprozeß auch in der zweiten Phase beharrlich fortzusetzen. Im Rahmen nationaler Angleichungsprogramme, wie sie das Weißbuch der Kommission empfiehlt, müssen die Staaten dabei in Zukunft stärker eigene Prioritäten und Interessen auf dem Weg in die EU definieren.In diesem - jährlich erscheinenden - Bericht analysieren die Bertelsmann Wissenschaftsstiftung und die Forschungsgruppe Europa an der Universität München als Partner im Forschungsprojekt Strategien für Europa den Stand der EU-Integrationsfähigkeit der Assoziierungsstaaten. Darüber hinaus haben die Projektpartner eigene Länder-Task Forces aus namhaften Politikern und Wissenschaftlern gebildet, die im Rahmen von Fachkonferenzen spezifische Integrationsfragen in den einzelnen Assoziationsstaaten erörtern.Die vorliegende Studie, die gemeinsam mit der Kommission der Europäischen Union (Generaldirektion IA) ausgearbeitet wurde, schließt erstmals auch die drei baltischen Staaten und Slowenien ein. Berücksichtigt werden Entwicklungen und Daten bis zum Herbst 1995.