Bővebb ismertető
1Die Versuchung ereilte Nowikow so plötzlich, so unerwartet wie die Kugel eines Meuchelmörders. In den annähernd dreißig Jahren seines Lebens als Erwachsener hatte er niemals mit dem aufwühlenden Gedanken gespielt, der an einem ruhigen Nachmittag über ihn hereinbrach, als er an seinem Arbeitstisch in einem der vielen kleinen Labors saß, die in den grauen Mauern der Abteilung für Satellitenaufklärung in der Schabolowka-Straße untergebracht waren. Mischa Nowikow war ein ruhiger, pflichtbewußter Mensch. Seine Akte wies ihn als absolut zuverlässigen Mann ohne politische Ambitionen aus. Seine Verläßlichkeit beruhte nicht auf Schwäche oder Angst, sondern einfach darauf, daß er sich mit den Gegebenheiten abfand, so wie sie waren und, soweit sein Gedächtnis zurückreichte, immer gewesen waren.Als junger Mann hatte er in der Roten Armee gedient, und bei Kriegsende war er in das KGB übernommen worden. Weil er recht gut Deutsch sprach, hatte er im Abschnitt Berlin gearbeitet und dort eine nützliche Rolle in dem blutigen und undurchsichtigen Untergrundkampf zwischen Ost- und Westagenten gespielt. Während dieser Zeit hatte er unter dem Kommando von Oberst Starow bei vielen Intrigen seine Hand im Spiel gehabt, Menschen und Informationen gekauft und verkauft, Fallen gestellt und Fallen vermieden und zwei Männer und eine Frau getötet, ohne dabei Vergnügen oder Reue zu empfinden.Sein Hobby war die Photographie, und auf diesem Gebiet brachte er es zu einer Meisterschaft, die seinen Vorgesetzten nicht verborgen blieb. Er wurde für ein Jahr auf eine Schule geschickt5