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Peter H. Feist Claude Monet
Während eines großen Teiles des neunzehnten Jahrhunderts bemühten sich alle die Kunstentwicklung vorantreibenden Maler darum, mit immer größerer Treue die sie umgebende, von ihnen selbst gesehene und empfundene Wirklichkeit darzustellen. Gestützt auf den mächtigen Aufschwung exakt beobachtender Naturwissenschaften ebenso wie auf die Ausbreitung des demokratischen Prinzips vom gleichen Rechte aller (wie sehr es auch vom Klasseninteresse der Bourgeoisie begrenzt blieb), setzten sie alles Vertrauen in die eigene unmittelbare Sinneswahrnehmung und pochten auf das Recht, unabhängig von ästhetischen wie ethischen Konventionen jeden Gegenstand wiederzugeben, und zwar so, wie sie ihn sahen. Das allein erschien ihnen als Wahrheit, und wahr zu sein - naturwahr - galt als die höchste Aufgabe der Kunst. Dieser demokratische und sensualistische Realismus markierte den Höhepunkt und zugleich die Grenzen der bürgerlichen Kunst in der Epoche der vollen Entfaltung des vormonopolistischen Kapitalismus. Der französische Maler Claude Monet hat maßgeblich dazu beigetragen, diese Entwicklung bis zu jenem äußersten Extrem zu treiben, das der Impressionismus bildet. Er hat dabei ganz neue Möglichkeiten der Malerei erschlossen und schließlich wenigstens in gewissem Umfang an einer Wendung zu anderen Zielen teilgenommen. Monet wuchs als Kleinbürgersohn im «Zweiten Kaiserreich» Napoleons III. auf - in einer Zeit ungewöhnlich starken und raschen ökonomischen Aufschwungs, der zu einem außer-
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