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EINLEITUNG
DAS BILDNIS
Rührend und erregend wirkt das Bildnis Moses Mendelssohns auf uns ein. Im ersten AnbKck könnte die Häßlichkeit dieses Mannes erschrecken, die Häßlichkeit des Gesichtes wie die seiner Gestalt. Begegnen wir diesem Antlitz mit unempfindhchem oder mit bösartigem Betrachten, so verleitet es uns zu sagen: dies ist die Entlarvung des abgesonderten, ewig-schweifenden, lebensfernen, als Fremdüng durch die europäischen Lande ziehenden Juden, und wir körmten in den Chor der Kaltgesinnten oder FeindseHgen einstimmen, die vorschnell von der ästhetischen GetrofFenheit, einer quasi-erotischen Antipathie erliegend, die Vollmacht nehmen, einen Menschen um seiner Erscheinung willen zu verwerfen. Häßlich ist dieses Anthtz mit den vorgewulsteten Lippen, der überaus gekrümmten langen Nase, den fleischig sie umlagernden Backen, dem gekräuselten und ghettohaft dichten, über die Ohren hinabwallenden Haar. Häßlicher noch ist die Gestalt, der kleine, schiefgewachsene Körper, der unsicher wie der eines nicht voll ausgereiften Wesens auf den ungelenken Beinen ruht, und den ein grober Höcker gnomhaft entstellt. Chodowiecki, der durchaus mit liebendem Künstlerauge den berühmten Moses auf seinen Stichen festhalten wollte, porträtiert ihn in der Szene, da er am Tore der Stadt Potsdam vom Wachhabenden angehalten wird, - und es wurde die feindlich gestimmte Karikatur eines jüdischen Hausierers.
Aber noch vom toten Blatte der vielen zeitgenössischen Stiche dringt aus den Augen dieses Mannes ein Feuer, ein geistiges Erglänzen von so bemächtigender
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