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Kindheit Und so regt er sich gebárdend, sich als Knabe schon verkündend Künftgen Meister alles Schönen, dem die ewigen Melodien Durch die Glieder sich bewegen, und so werdet ihr ihn hören, Und so werdet ihr ihn sehn zu einzigster Bewunderung." Mit diesen Versen kündigt Goethe vor Beginn der Euphorion=Szene in Faust II den Genius des Kindes an. Sie können durchaus auf Mozart gemünzt sein. Denn ihn, seinen eigentlichen Altersgenossen unter den Klassikern der Musik, hatte Goethe wirklich im Glanze jugendlicher Genialitat erlebt, damals, als der junge Mozart in Begleitung des Vaters und der Schwester ein Konzert in Frankfurt gab. Es war 1763, der Knabe war sieben Jahre alt. Unser erstes Bild zeigt ihn, wie er ausgesehen habén mag. Goethe sah ihn noch ganz so vor sich, als er 1830 Ecker= mann davon erzáhlte: Ich erinnere mich des klemen Mannes in seiner Frisur und seinem Degen noch ganz deutlich." - Oben auf dem Pódium musizierte ein Ge= schwisterpaar, untén hörte eines zu. Nannerl war wie Cornelia Goethe die Altere und wie diese des Bruders Partnerin, ihm eng verbunden in liebevollem Verstehen. Ein strenger Vater hier wie dort; Leopold Mozart ist in seiner patriarchalischen und padagogischen Unbedingtheit dem Rat Goethe vergleichbar. Die Vierte im Bunde ist die sorgende Mutter Mozart, eine still=fröhliche, unbefangen=heitere Frau voll Salzburger Humors, eine andere Frau Aja - nur dafi sie dem Sohne allzufrüh an entscheidender Lebenswende durch den Tod entrissen wird. Das Vaterhaus Mozarts in Salzburg lebt und webt in Musik. Der Vater Leopold, als Augsburger Buchbinderssohn geboren, hatte sich zum Violinisten der fürst= bischöflichen Hofkapelle hinaufgearbeitet, deren Vizekapellmeister er spater wurde. Im Geburtsjahr seines Sohnes (1756) erschien seine berühmte Violinschule, muster= haft in Aufbau und sprachlicher Darstellung. Erstaunlich früh erwacht in Wolfgang die Lust, sich musikalisch zu betatigen. Als Vierjahriger spielt er der Schwester Nannerl ihre Klavierstücke aus dem Notenbuch nach; ein Menüett lernt er in einer halben, ein gröfieres Stück in einer ganzen Stunde. Er spielt, was ihm unter die Augen und Finger kommt, genau und taktfest. Die Geige handhabt er, ohne dafi