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Mr. Reeder weiß BescheidiEin sehr verliebter junger Mann ist oft geneigt, seinem Mädchen Vorzüge und Tugenden zuzuschreiben, die kein irdisches Wesen je besessen hat. Manchmal schleicht sich aber auch finsteres Mißtrauen in seine Seele. In diesen Momenten hält er es durchaus für möglich, daß die Geliebte treulos und falsch ist.Alle Welt wußte, daß Kenneth McKay bis über beide Ohren verliebt war. Man wußte es auch in der Bank, in der er Tag für Tag das Geld fremder Leute zählte und in der Mittagspause leidenschaftliche Briefe voller Rechtschreibfehler an Margot Lynn schrieb. Sein wortkarger Vater lebte in Marlow in einem düsteren Haus am Themseufer und trauerte seinem entschwundenen Vermögen nach. Die wenigen Augenblicke, die er den Problemen anderer widmete, nutzte er jetzt vielleicht dazu, sich über die neue Liebe seines Sohnes Gedanken zu machen. Wahrscheinlicher aber war, daß er es nicht tat. George McKay war so ausschließlich mit sich selbst beschäftigt, daß er kaum an etwas anderes dachte als an die Torheit, die ihn um sein sorgsam gehortetes Vermögen gebracht hatte. Darüber hinaus entwickelte er nur noch phantastische Pläne, um es zurückzugewinnen.Ein Paket Spielkarten vor sich, saß er Sommer und Winter den ganzen Tag in seinem Arbeitszimmer, ermittelte Durchschnittswerte und stellte Wahrscheinlichkeitsrechnungen auf; oder er versuchte an einem kleinen Roulett ein unfehlbares System auszuklügeln, indem er über die Gewinnzahlen sorgfältig Buch führte.Sohn Kenneth fuhr jeden Morgen mit dem Motorrad nach Beaconsfield und kam am Abend zurück. Manchmal allerdings sehr spät, denn Margot wohnte in London. Sie hatte eine kleine Wohnung, in der er sie nicht besuchen konnte, doch sie aßen zusammen in billigen Restaurants und gingen manchmal ins5