Bővebb ismertető
Editorial
Dem »Multikulturellen Banat« sind zwei Hefte der Spiegelungen (2/2014 und 1/2015) gewidmet, einer Region an der Schnittstelle zwischen Ostmittel- und Südosteuropa, in der seit dem Mittelalter, verstärkt aber nach den »Schwabenzügen« des 18. Jahrhunderts, auch Deutsche eine vielfältige historische und kulturelle Entwicklung mitgeprägt haben. Es ist der Redaktion gelungen, dafür Beiträge von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Angers, Berlin, Budapest, London, Luxemburg und Tübingen einzuwerben, die chronologisch die Zeit von der habsburgischen Landerschließung und den Ansiedlungen im 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart beleuchten. Inhaltlich werden geographie-, kultur-, migrations- und zeithistorische Fragen behandelt: die Verräumlichung des Wissens über das Banat und dessen geographische Verortung; die Ansiedlung von Lothringern in Ungarn; die publizistische Erhebung eines türkischen Fährmanns von der Donauinsel Ada Kaleh zum ungarischen Nationalhelden; die Eindrücke, die das Banat auf Reisende im 19. Jahrhundert gemacht hat; der Nationalsozialismus bei den Donauschwaben; die Banater Deutschen im 21. Jahrhundert. Zwei Essays und mehrere literarische Texte, zum Teil von Autoren banatschwäbischer Herkunft verfasst, thematisieren ebenfalls das Banat und bekannte Banater Persönlichkeiten. Die Fülle und Multiperspektivität der eingegangenen Texte weist auf das positive Echo hin, das die Entscheidung der Redaktion für thematische Schwerpunktsetzungen gefunden hat. Wegen der großen Zahl und des Umfangs der Beiträge über das multikulturelle Banat hat die Redaktion entschieden, diesem Thema gleich zwei Ausgaben der Spiegelungen zu widmen. Trotzdem soll keineswegs suggeriert werden, man könne damit der Vielfalt der faszinierenden Region Banat auch nur ansatzweise gerecht werden. Doch hoffen alle Mitglieder der Redaktion, dass dieses Thema bei den Leserinnen und Lesern Interesse weckt und befriedigt.
Wegen der erwähnten Fülle und Umfangsstärke der Beiträge zum Themenschwerpunkt mussten andere Rubriken in diesem Heft stark gekürzt werden: Nur ein weiterer wissenschaftlicher Aufsatz konnte berücksichtigt werden, die »Rundschau« wurde auf wenige Mitteilungen reduziert. Regelmäßig aktualisierte Informationen über das wissenschaftliche und publizistische Geschehen in und über Südosteuropa lassen sich stets unter www.ikgs.de finden. In dem bereits in wenigen Monaten erscheinenden nächsten Heft erfahren dann auch die anderen Rubriken der Spiegelungen wieder stärkere Berücksichtigung. Die Redaktion bedankt sich bei allen Autorinnen und Autoren und freut sich auf eine breite Resonanz bei einer aufmerksamen, interessierten und an Zahl steigenden Leserschaft.