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Ein Jünger Freuds
Eine mit pinkfarbenem Plastik ummantelte Stahlkette spiegelt sich wie eine glänzende Schlange in der Scheibe eines Abteilfensters, hinter dem die aufblitzenden Lichtsignale zu smaragdblauen und rubinroten Punkten schrumpfen, bis sie vom Dunst einer warmen Julinacht verschluckt werden.
(Noch vor ein paar Minuten hatte diese Kette in der schmuddeligen Gaststätte eines kleinen Bahnhofs in der Gegend des Gelben Berges im Süden Chinas einen hellblauen Delsey-Rollenkoffer mit verchromtem Ziehgriff am Bein eines Tischchens aus Mahagoniimitation festgebunden; der Koffer gehört Muo Xiansheng'^ einem Jünger der Psychoanalyse und gebürtigen Chinesen, der kürzlich aus Frankreich zurückgekehrt ist.)
Der Reisende gibt sich erstaunlich selbstsicher für einen Mann, der weder mit Charme noch mit Schönheit gesegnet ist mit seinen ein Meter dreiundsechzig, mit seinem mickrigen Körperbau, mit seinen struppigsträhnigen Haaren, mit seinen Glupschaugen, denen die dicken Brillengläser den starren, typisch »muosi-schen« Blick verleihen: Er zieht seine französischen
Xiansheng: Herr, im Chinesischen nachgestelh.