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Kiew, die Hauptstadt der Ukrainischen Sowjetischen Sozialistischen Republik (USSR), rühmt sich seit alten Zeiten seines schönen und prägnanten Stadtbildes, seiner Architektur- und Kunstdenkmäler. An den Ufern des Flusses Dnepr gelegen, versinkt die Stadt im Grün der Parks und Gärten. 1982 beging Kiew seine 1500-Jahrfeier. Seit Bestehen der Sowjetmacht ist es zu einer großen modernen Stadt geworden, in der das kulturelle Erbe, darunter auch Altertumsdenkmäler sorgsam gepflegt werden.
Einst war Kiew die Hauptstadt eines mächtigen Staates der Ostslawen, der Kiewer Rus (9.—12. Jh.), in dem sich die altrussische Staatlichkeit herausbildete, die zur Grundlage der Entstehung der drei Brudervölker, des russischen, ukrainischen und belorussischen Volkes wurde. Seit alters wurde Kiew ,,Mutter der russischen Städte" genannt. Die erhaltenen Denkmäler, vor allem die Sophien-Kathedrale (11. Jh.), zeugen von der hohen Kultur und Kunst der Kiewer Rus.
Im 12.—17. Jh. wurde Kiew und seinen Kulturwerten durch die inneren Feudalfehden und Kriege, durch die jahrelange Fremdherrschaft großer Schaden zugefügt.
Die Wiedergeburt Kiews erfolgte im Zuge der nationalen Befreiungskämpfe des ukrainischen Volkes und nach dem Anschluß der Ukraine an Rußland 1654. Neue Perspektiven der ökonomischen und kulturellen Entwicklung waren gegeben, Kiew festigte seine Beziehungen zu Moskau und zu anderen russischen Städten. In der zweiten Hälfte des 17. und im
18. Jh. war Kiew eines der bedeutendsten Zentren der Wissenschaft, Bildung und Kunst. In dieser Zeit entstanden auch die großartigen Architekturensembles, in denen der Aufschwung der eigenständigen ukrainischen Baukunst seinen Niederschlag fand.
Der Beginn der musealen Sammeltätigkeit in Kiew fällt in die erste Hälfte des 19. Jh. und steht im Zusammenhang mit der Gründung eines Archäologiemuseums an der Kiewer Universität. In der zweiten Hälfte des
19. Jh. werden auf dem Gebiet der Ukraine archäologische Ausgrabungen geführt, die ein großes Interesse für Altertumsdenkmäler und für die alte Kunst nach sich zogen. Zu Beginn der 70er Jahre des 19. Jh. entsteht an der Kiewer Geistlichen Akademie ein weiteres Archäologiemuseum. Beide, Lehranstalten zugeordnete Museen waren nicht für den