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Museum für Ostasiatische Kunst der Stadt Köln [antikvár]

 
Das Museum für Ostasiatische Kunst 1913 wurde in Köln das erste Museum für Ostasiatische Kunst in Deutschland eröffnet. Zwar gab es zu dieser Zeit bereits Völkerkunde- und Kunstgewerbemuseen, in denen auch Zeugnisse der chinesischen, koreanischen und japanischen Kultur präsentiert wurden; ein eigenes Spezialmuseum, in dem alle Epochen und Gattungen der Kunst dieser Länder zusammenhängend gezeigt wurden, war jedoch eine absolute Neuheit. Die Einstellung des Museumsgründers Adolf Fischer zur ostasiatischen Kunst war für die damalige...
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Das Museum für Ostasiatische Kunst 1913 wurde in Köln das erste Museum für Ostasiatische Kunst in Deutschland eröffnet. Zwar gab es zu dieser Zeit bereits Völkerkunde- und Kunstgewerbemuseen, in denen auch Zeugnisse der chinesischen, koreanischen und japanischen Kultur präsentiert wurden; ein eigenes Spezialmuseum, in dem alle Epochen und Gattungen der Kunst dieser Länder zusammenhängend gezeigt wurden, war jedoch eine absolute Neuheit. Die Einstellung des Museumsgründers Adolf Fischer zur ostasiatischen Kunst war für die damalige Zeit bahnbrechend und ist es auch heute noch. Während die meisten seiner Zeitgenossen der Überzeugung waren, Europa sei der Mittelpunkt der Welt und außerhalb von Europa habe es keinen eigenständigen Kunstbegriff gegeben, postulierte Fischer die grundsätzliche Ebenbürtigkeit der Kunst Ostasiens gegenüber der europäischen. Er sah die Kunstwerke als »Offenbarungen eines universellen Kunstgeistes« und wandte auf die Kunst Chinas, Koreas und Japans die gleichen Kriterien an, wie man dies für die europäische Kunst gewohnt war. So wollte er in seinem Museum nicht nur alle Gattungen der ostasiatischen Kunst präsentieren, sondern innerhalb dieser auch stilistische Entwicklungen aufzeigen. Noch heute ist es keinesfalls selbstverständlich, daß Kunstgeschichte als Weltkunst-Geschichte aufgefaßt wird. So kann man in Europa zum Beispiel ein Kunstgeschichtsstudium absolvieren, ohne je etwas von der Kunst Ostasiens gehört oder gesehen zu haben. Dies ist um so erstaunlicher, wenn man bedenkt, daß die europäische Kunst seit dem 18. Jahrhundert bis hin zur zeitgenössischen Kunst immer wieder entscheidende Impulse von China, Korea und Japan empfing, was freilich der beste Beweis für ihre Vitalität und ihre grenzüberschreitende Universalität ist. Fischers weitblickende Einschätzung, nach der die Kunst Ostasiens zwar grundverschieden, aber der europäischen Kunst ebenbürtig ist, hat sich im Zuge neuerer Forschungen immer wieder bestätigt. Was auch immer man unter Kunst verstehen oder in verschiedenen Epochen und Weltregionen dafür halten mag, Voraussetzung ist stets die Herausbildung eines Kunstbegriffs, durch den die Kunst aus den Zusammenhängen der alltäglichen Daseinsbewältigung herausgelöst wird. Nimmt man als Kriterium für einen eigenständigen Kunstbegriff zum Beispiel das Sammeln von Kunst und das Handeln damit, ganz unabhängig vom Materialwert des Objektes oder seinem kultisch-religiösen Stellenwert, so muß man zu dem Schluß gelangen, daß dieses Phänomen in China sehr viel älter ist als in Europa. Weitere Kriterien für einen eigenständigen Kunstbegriff sind schließlich Ästhetik und Kunstkritik, das heißt die theoretische Auseinandersetzung mit Kunst, die in China spätestens für das 4. Jahrhundert belegt ist. Nach dem großen Vorbild Chinas sollte es später auch in Korea und Japan zur Herausbildung einer eigenen Tradition des Kunstsammelns und -handelns sowie der theoretischen Auseinandersetzung mit Kunst kommen. So war Adolf Fischers bahnbrechende Forderung, die Kunst Ostasiens gleichberechtigt neben die europäische zu stellen, durchaus legitim. Die Ebenbürtigkeit zugleich aber auch die Andersartigkeit der Kunst Ostasiens macht ihren besonderen Reiz aus, denn sie erschließt dem Europäer fremde Welten und ermöglicht es ihm, die eigene Tradition im Kulturvergleich

Termékadatok

Cím: Museum für Ostasiatische Kunst der Stadt Köln [antikvár]
Kiadó: Prestel Verlag
Kötés: Varrott papírkötés
ISBN: 3791315935
Méret: 120 mm x 220 mm
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