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Kontrastreiches Zusammenspiel zwischen Moderne und Tradition
Architektur, Präsentation - Manipulation
Es wird immer wieder, und nicht zu Unrecht, behauptet, daß das Museum die Kunst manipuliert. Diese Manipulation besteht bei allen Museumstypen schon deshalb, weil die Artefakte aus ihrem ursprünglichen Kontext herausgenommen worden sind. Mehr aber als die Sammlungen selbst, ihre Anordnung, die Nachbarschaften der Bilder manipuliert und dominiert die Präsentation von Kunst die Museumsarchitektur selbst.
Das Museum moderner Kunst bietet durch seine zwei Häuser völlig verschiedene Präsentationsmöglichkeiten. 1979 konnten mit der Renovierung des Gartenpalais Liechtenstein nicht nur geeignete Ausstellungsräume geschaffen, sondern auch eines der bedeutendsten und schönsten Wiener Barockpalais instand gesetzt werden. Das Gartenpalais wurde von einem der baufreudigsten Fürsten seiner Zeit, Johann Adam Andreas Liechtenstein (1662-1712), erbaut. Im Jahre 1687 hatte der Fürst ausgedehnte Gründe in der Roßau, dem Augebiet vor den Toren Wiens, erworben, um sich nach italienischem Vorbild eine „villa suburbana" zu erbauen. Wenig später ließ er Gärten anlegen, ein Lustgebäude, das sogenannte Belvedere, nach den Plänen des Architekten Johann Bernhard Fischer von Erlach errichten (dieses wurde 1873 abgebrochen und durch einen,,römischen" Neubau nach Entwürfen von Heinrich von Ferstl im Ringstraßenstil ersetzt).
Die Baugeschichte des Palais Liechtenstein ist bis heute nicht ganz geklärt. Wahrscheinlich war der Bologneser Architekt Domenico Egidio Rossi an den Planungen für die Familie Liechtenstein beteiligt. Die endgültige Ausführung des Gebäudes scheint ebenso wie die des Stadtpalais Liechtenstein (Bankgasse) Domenico Martineiii übertragen worden zu sein. Der Rohbau dürfte bald nach 1700 fertiggestellt worden sein. An den Nebengebäuden wurde bis in das Jahr 1711 gearbeitet. Für die Innenausstattung verpflichtete der kunstliebende Fürst einige der bedeutendsten Künstler seiner Zeit: den Stukkateur Santino Bussi, die Maler Marcantonio Franceschini, Johann
Palais Liechtenstein, Treppenhaus mit ,,Aufruf zur Verteidigung der persönlichen Freiheit", 1978, Kreide, Acryl, Heizöllasuren auf Holz (BMfUK) von Rudolf Hausner (geb. 1914)
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