Bővebb ismertető
Im öffentlichen Leben nimmt der Bereich der
Kunstsammlungen eine besondere Stellung ein. Die
dem Menschen eigentümliche Gabe, Schönheit und
Erhabenheit zu empfinden und das im Kunstwerk
festgehaltene Schöne und Erhabene zu hüten, zu
sammeln und als Bildungsgut auszuwerten, hat bei
fast allen Völkern der Erde zu Museumsgründungen
geführt. An diesen Stätten pausiert der Mensch in
musischer Entspannung vom alltäglichen Arbeits-
gang und bereichert sein Wissen angesichts der
authentischen Zeugnisse der Menschheitsgeschichte.
Den Forschern wiederum bieten die Museen
gesicherte Fund- und Sammelstücke sowie die dazu
ermittelten Resultate der Archäologie und Kunst-
wissenschaft.
Das Erscheinen dieses repräsentativen Bandes über
die Staatlichen Museen zu Berlin ist daher beson-
ders zu begrüßen, weil er dazu beitragen möchte,
die schon bestehenden weltweiten Beziehungen zwi-
schen Museumsfreunden und Forschern, ja eigent-
lich allen kulturell Interessierten, zu beleben und
zu vertiefen.
Dieses Werk bereichert und ergänzt in erfreulicher
Weise die Reihe der von den Staatlichen Museen
zu Berlin herausgegebenen Publikationen, in der
exakte Kataloge neben den populärwissenschaft-
lichen Abhandlungen über die vielen verschiedenen
Spezialgebiete zu finden sind. Möge die Betrachtung
dieses Bandes, der eine Auswahl der schönsten und
wertvollsten Stücke aus den reichen Beständen aller
Abteilungen bietet, viele zum Besuch unserer
Museen anregen.
Das Wesen der Staatlichen Museen ist bestimmt
durch das unterschiedliche Beieinander der archäo-
logischen und kunstgeschichtlichen Sammlungen,
dessen Zustandekommen im anschließenden Ab-
schnitt behandelt wird. Vom orientalischen Alter-
tum über die klassische Antike bis zur modernen
Kunst geht der historische Ablauf, der hier in erle-
sensten Schätzen seine Veranschaulichung findet und
die bestehende Verbindung von Kultur und Kunst
in grandioser Weise lebendig werden läßt.
Es liegt auf der Hand, daß für eine so bedeutende
Forschungs- und Sammlungsstätte eine möglichst
große Breitenwirkung angestrebt wird, die sich
sowohl auf die entsprechenden Gebiete der For-
schung als auch ganz besonders auf das der Volks-
bildung erstreckt.
Ihre Gründung danken die Berliner Museen haupt-
sächlich den Vertretern des fortschrittlichen Bürger-
tums des vorigen Jahrhunderts, für das stellvertre-
tend der mit unseren Sammlungen besonders
rühmlich verbundene Name James Simon genannt
sei. Jeder Generaldirektor, der hier gewirkt hat,
prägte mit persönlicher Initiative einen speziellen
Charakterzug der Sammlungen. Lag bei Wilhelm
von Bode das Schwergewicht seiner Sammlungs-
und Ankaufstätigkeit bei den alten Meistern, so
danken die Impressionisten und die modernen
Künstler den Einzug ihrer Werke in die National-
Galerie den diesem Gebiete Bahn brechenden, muti-
gen und klugen Ankäufen Ludwig Justis.
Wie stark die Geschichte und das Schicksal der
Kunstsammlungen denen des ganzen Volkes ent-
sprechen, ist kaum irgendwo deutlicher abzulesen
und stellt sich wohl nirgendwo schmerzlicher und
warnender dar, als am Beispiel unserer Staatlichen
Museen zu Berlin. Die barbarischen Jahre des
Nazismus, in denen angemaßte Machtvollkommen-
heit sich Museumsgut widerrechtlich aneignete oder