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Auf dem Engelskonzert" Grünewalds hebt sich aus der / Sdiar der musizierenden Geister ein ratselhaft gegensatzliches Paar her aus: ein Engel des Lichtes, dessen Gewand in den Farben des eben beginnenden Morgens kühl und zart erblüht, und dicht bei ihm ein dunkel gefiedertes Wesen, dessen Fahlheit der fragwürdigsten Stunde des Tages angehört, dem Zwielicht, in welchem Gespenstisches webt. Man weifi keine schlüssige Deutung für den seltsamen Engel im Federkleid; soviel aber scheint sicher, dafi er dem Abgründigen verschwistert ist und dennoch das Lob Gottes anstimmt, dem hellen Gefáhrten gleich, dessen ganze Gestalt selig getragen ist vom Rhythmus der himmlischen Musik. Wir dürfen die beiden Figuren als ein Sinnbild der Urspannung nehmen, aus der sich die Musik entfaltet. Über das Wort hinausgehend und gegenüber seiner Begrenztheit gerade des Grenzenlosen kundig, den Bereich des Bildes verlassend und gegenüber seiner Sichtbarkeit dem Ungreifbaren zugetan, stammt die Musik in der Stofflosigkeit der entstehenden und vergehenden Klánge weniger aus der Welt der festen Dinge als aus dem Bereich der schwebenden Geister - Geister der Luft oder des raunenden Waldes, Geister himmlischer Höhen und damonischer Tiefen; wie keine andere Kunst vermag sie Gleichnis des Himmlischen zu werden: durch eine letzte Feinheit, Innigkeit, Hauchhaftigkeit des Daseins, wie keine andere reicht sie zu den dunklen Gründen herunter, die weder Bild noch Wort mehr deuten können, sondern nur noch der Schauer der Töne. Aber wenn die Musik so sehr das Unkörperliche gestaltet - ja, sie gestaltet es und ist alles andere als gesetzlos, sie, die Kunst strengster Formen und gewaltigster Klangarchitekturen -, wenn ihr die Bindungen an das Aufiere, an die Welt der Erscheinungen fremd sind, tritt sie dann nicht in