Bővebb ismertető
Musik des 20. Jahrhunderts, soweit sie Anspruch darauf erhebt, Geist und Wesen dieses Jahrhunderts künstlerisch zu formen und auszudrücken, begreift sich als Neue Musik. Es geschieht dabei durchaus nicht zum erstenmal, daß ein bestimmtes musikalisches Bewußtsein sich schon in seiner Benennung deutlich vom Früheren abhebt. 1325 gebraucht Philippe de Vitry das Wort Ars nova als Titel eines berühmt gewordenen Traktats, in dem er notationstechnische Neuerungen schriftlich fixiert. Es sind Innovationen, die auf eine größere Beweglichkeit und Differenzierung der Rhythmik zielen. Da es aber in der Musik so wenig wie auf anderen Gebieten wesentliche Veränderungen eines Teilbereichs geben kann, die nicht audi In anderen Teilbereichen wirksam werden, führen diese Veränderungen zu Konsequenzen für das gesamte Satzbild. Vor allem wird die Beweglichkeit sowie die gegenseitige rhythmische Unabhängigkeit der Einzelstimmen gefördert: die Ars nova entwickelt sich zur Basis für jene große Epoche abendländischer Polyphonie, die 1594 mit dem Tod von Palestrina und Orlando di Lasso ihr Ende findet. Um 1600 taucht das Wort Neue Musik abermals auf, diesmal italienisch nuove musiche. Der Schwerpunkt musikalischen Denkens kehrt sich von der vorwiegend linear, also horizontal ausgerichteten Polyphonie ab und wendet sich einem neuen Ideal zu. An die Stelle eines kollektiven Stimmgefüges tritt nun, vom Renaissancedenken gefördert, die Entdeckung der musikalischen Einzelpersönlichkeit: der solistischen Klanglinie, zunächst vokal, später auch instrumental, die eine harmonische Stütze erhält. Damit Ist gleichzeitig die Hlerardiie von Hauptstimme und Begleitung gegeben, mit Ihr ein Im Prinzip vertikales Klangbild. Es findet seine Voraussetzung In der gefestigten Tonalität, die von nun an für 300 Jahre regiert.Tonalität bedeutet Im allgemeinen Sprachgebrauch die Beziehung eines musikalischen Werkes auf ein Tonzentrum, unter dem man in der Musik des 17. bis 19. Jahrhunderts einen Dreiklang, die Tonika, zu verstehen hat. Diesem eigentlichen Zentrum ordnen sich jeweils im Quintabstand über und unter dem Grundton-drelklang zwei Nebenzentren zu: die Dominante und die Subdominante. Tonika, Dominante und Subdominante bilden - als sogenannte Kadenz In eine regelhafte Abfolge gebracht - das Gerüst aller europäischen Musik vom Barock bis zur Romantik. Wenn es dabei auch zu Modifikationen kommt, so bleibt doch das Grundphänomen gleich: die Musik geht von einem fe-