Bővebb ismertető
VORWORT
Autor dieses kleinen Kompendiums sind die Musikschüler meiner Klasse in der Zeuthener allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule I. Es ist das Ergebnis von Musikübungen der vergangenen sechs Jahre. Es will nichts anderes als Anregung zu weiterer Arbeit mit unseren Schülern in den Oberschulen sein. Selbstverständlich läßt sich vieles ganz anders machen; manches einfacher, anderes komplizierter; all das soll den Lehrenden überlassen bleiben. Besonders die von mir bloß angedeuteten rhythmischen Übungen möchte ich erweitert wissen. Es ist nicht nötig, daß Schlagzeuginstrumente verwendet werden, so nützlich sie auch mitunter sind und gerade Kinder erfreuen können. Präzises In-die-Hände-Klatschen oder Auf-die-Tische-Schlagen tut es auch. Die Hauptsache ist es, eine Vielseitigkeit im Rhythmischen zu erarbeiten, da das bei uns arg vernachlässigt ist (im Gegensatz zu den mit uns befreundeten Volksrepubliken) und sich dieser Mangel bis in die Orchester auswirkt. Wo es kleine Schwierigkeiten gibt, scheue man sich nicht, sie mit Geduld und Ruhe zu überwinden. Ich bin bei den Zeuthener Kindern nie auf unüberwindliche Hindernisse gestoßen und stehe auf dem unerschütterlichen Standpunkt: jedes Kind ist musikalisch; das eine mehr, das andere weniger; und mit Ausdauer und bei guter Anleitung läßt sich alles erlernen.
Dadurch, daß die Kinder angehalten werden, sich produktiv mit der Musik zu beschäftigen, wird ihr Genuß beim Anhören von Musik gesteigert sein und ihre Freizeitgestaltung eine neue Qualität erreichen. „Denken ist die erste Bürgerpflicht." Auch in der Musik. Und: Kritisches Denken ist noch besser.
Zeuthen, im Jubiläumsmonat des „Großen Oktober", 1967
Paul Dessau