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VORWORTDie im Mittelalter bereits hochentwickelte, in den folgenden Jahrhunderten jedoch weniger bedeutsame ungarische Musik hat um die Mitte des 19. Jahrhunderts unter Franz Liszt, Ferenc Erkel und deren Nachfolgern den Anschluß an die europäische Kunst gefunden. Die an der Budapester Musikakademie und der damaligen Nationalen Musikschule tätigen Meister schufen einen spezifischen, sehr kraftvollen Stil, der zur reichen Entfaltung einer sowohl schöpferischen als auch reproduzierenden Kunst von internationalem Rang führte: In den Konzertsälen und auf den Opernbühnen der Welt eroberten sich die ungarischen Musiker den ihnen gebührenden Platz.Nach der Jahrhundertwende war das gleichzeitige Erscheinen zweier so genialer Künstler wie Béla Bartók und Zoltán Kodály von besonderer Bedeutung. Sie erkannten, daß ihre Arbeit auf dem Gebiete der ungarischen Musikpädagogik ebenso wichtig war wie ihr Wirken als Komponisten und Wissenschaftler, das heißt, ihre pädagogischen Werke sind von unschätzbarem künstlerischem und erzieherischem Wert. Bartóks und Kodálys Ideen und deren künstlerische Formulierung waren von solch dynamischer Kraft, daß sie sich vor dem Zweiten Weltkrieg trotz der ihnen entgegenwirkenden Kräfte stufenweise einen Weg bahnen und was die Popularisierung der Musik und die Erhöhung ihrer pädagogischen Ausstrahlungskraft angeht erstaunliche Ergebnisse aufweisen konnten.In Ungarn ergab sich nach der Befreiung des Landes im Jahre 1945 die Möglichkeit zur Verwirklichung der neuen, fortschrittlichen Ideen. Hunderte von begeisterten Musikpädagogen gingen weiter auf dem von Bartók und Kodály gewiesenen Weg. Die bisher verborgenen, nun aber gehobenen Schätze der alten ungarischen Volksmusik wurden zum wertvollsten Material schöpferischer Arbeit für viele Komponisten und Musikpädagogen. Es erschienen die Schul-9