Bővebb ismertető
VORWORT ZUR ERSTEN AUFLAGE Die abendlándischen Völker sind durch eine gemeinsame Geschichte zu dem geworden, was wir Európa nennen. Wie sehr diese Kraft heute noch weiterwirkt, können wir aus dem gemeinsamen Schicksal erkennen, das uns nach wie vor unentrinnbar gefangenhált. Die Anfechtungen wider den uns zusammenhaltenden Geist Europas kommen aber nicht nur von auBen, sondern auch von innen. So können wir heute, aufs Ganzé gesehen, auch keine Geschichte der europáischen oder deutschen Musik mehr schlechthin schreiben, ohne ihr gleichzeitig das überblickbare Musikgeschehen des ganzen Erdballs wenigstens in den charakteristischen Grundzügen gegenüberzustellen. Erst so werden wir unsere eigene Vergangenheit, unsere Gegenwart, unser historisch-allgegenwártiges Sein auch in der Musik organisch ermessen und neue Kraft, Zuversicht und selbst Wegrichtung daraus gewinnen. In diesem Sinne mögen die nachfolgenden Blátter vorerst als Gewissenserforschung unserer abendlándischen Musik zu unserer tröstlichen Besinnung und erneuten Bereicherung im Geiste abendlándischer Verpflichtung beitragen. Sie wenden sich darum an alie lebendig Strebenden, seien es Schaffende, Nachschaffende und vor allém Hörer, an Lernende und Kritisierende: das Weltbild unserer Musik in stetem Arbeiten, Wágen und ehrlichem GenieBen zuverlássig zu erproben, als Abbild eines ewigen Gottesgeschenks. Auch da, wo allgemein Bekanntes übernommen wurde - jede geschichtliche Darstellung fuBt auf allgemeinen Wahrnehmungen ebensosehr wie auf der Arbeit der Vorgánger -, wird die in mehr als zwanzigjáhrigem Wirken als Hochschullehrer und in mehr als drei Jahrzehnten kritischer Tátigkeit sowie vielfáltiger eigener künstlerischer Praxis gewonnene persönliche Erkenntnis die Darstellung tragen. Diese Erkenntnis gründet sich nicht zuletzt darauf, daB der Lauf der Welt weiterflieBt, selbst wenn er zu ruhen oder über die Ufer zu treten scheint. In diesem fortschreitenden Ablauf stimmen die ewigen Gesetze immer, auch wo wir sie nicht mit den entsprechenden Erscheinungen zusammenzubringen vermögen. Hier dennoch immer wieder Brücken des Verstándnisses zu schlagen, ist der Reiz und die Aufgabe jeder umfassenden geschichtliehen Darstellung. Konstanz a.B., im Február 1949 TT ,f A , Hermann Matzke