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Vorwort
Vor dreißig Jahren erschien die >Mythologie Générale<, die von Félix Guirand angeregt und herausgegeben und durch seine Mitwirkung bei der Gestaltung der einzelnen Kapitel wesentlich gefördert wurde. Das jetzt von mir vorgelegte Werk folgt in Thema und Aufbau seinem Vorgänger und bemüht sich, seinem Geist treu zu bleiben. Die in beiden Werken angewandte Methode ist nahezu die gleiche: Die großen Mythen, die sich die Menschen geschaffen haben, und zwar zu allen Zeiten und in allen Ländern, werden nach geographischen und ethnographischen Bereichen geordnet, dargestellt und betrachtet. Mit der gleichen Entschiedenheit wie Félix Guirand haben wir es uns versagt, den Stoff unter thematischen Gesichtspunkten zu gruppieren, weil wir der Ansicht sind, daß die Mythen ein gesellschaftliches Phänomen sind und nicht ohne Schaden von der Volksgruppe losgelöst werden dürfen, aus der heraus sie geboren und für die sie bestimmt sind. So ist denn auch der Aufbau des vorliegenden Buches mit dem des früheren Werkes fast identisch: Zeiten und Länder sind nebeneinandergestellt, und der Leser wird zu einer Reise von den entferntesten Epochen der Menschheit bis in die Gegenwart eingeladen, bis zu jenen Gesellschaften, bei denen der Mythos auch heute noch, wie der Volkskundler beobachten kann, lebendige Realität ist und seine aktive Rolle bewahrt hat.
Hat uns somit Félix Guirands >Mythologie Générale< auch den Weg gewiesen, so ist doch unser Wissen von den Mythologien seit der Veröffentlichung des Werkes durch zahlreiche Studien, Forschungen und Entdeckungen sehr bereichert worden; und sogar unsere Vorstellung von dem, was Mythologie ist, wurde recht verändert. Darum schien es uns nach dem Ablauf eines Vierteljahrhunderts angebracht, eine neue Bilanz unserer Kenntnisse auf diesem Gebiet zu ziehen — oder vielmehr, da
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