Bővebb ismertető
Israels Politiker sitzen so unbequem auf ihren Lorbeeren wie auf einem Ameisenhaufen. Der Sechs-Tage-Krieg hat hier alles gründlich durcheinandergebracht - die Parteien, die Bevölkerung, die öffentliche Meinung, militärische Strategien, das Wirtschaftsleben -, aber es geschieht wenig. Vieles scheint für Bewegung bereit zu sein, dennoch sind die offiziellen Reaktionen weiterhin langsam, sprunghaft und von begrenztem Umfang. Kabinettsitzungen - in Israel stets lange und wortreiche Veranstaltungen, weniger dem Beschlußfassen gewidmet als der Kunst, laut zu denken - haben noch nie so lange gedauert und so häufig stattgefunden. Nie zuvor hat es so viele Ausschüsse, Unterausschüsse, ministerielle Braintrusts, Arbeitsgruppen gegeben. An einem Augustsonntag begann eine Kabinettsitzung, die, unterbrochen nur von Essens- und Schlafpausen, bis zum darauffolgenden Mittwoch dauerte. Diskutiert wurde über die Frage, was mit den besetzten jordanischen Gebieten geschehen solle. Man erörterte verschiedene Vorschläge, was man tun oder nicht tun sollte, doch beschlossen wurde am Ende nichts. In den besetzten Gebieten selbst liegen die Entscheidungen (die sich politisch und ökonomisch mehr als nur mittelfristig auswirken werden) inzwischen in den oft widersprüchlichen Händen von Zivilverwaltung und Armee. Ein enttäuschtes Kabinettsmitglied meinte: »Israel ähnelt einer ungeheuer starken Maschine, deren Getriebe nicht funktioniert.« Für diese Verzögerung gibt es verschiedene Gründe. Einer ist naheliegend und sehr menschlich. Die Männer von Jerusalem, die nun über die Auswirkungen eines Krieges diskutieren, den sie nicht gewollt hatten, waren psychisch einfach nicht