Bővebb ismertető
Vor einer Stunde noch hatte er sich ängstHch gefragt, ob er nicht im Kreis liefe. Jetzt nicht mehr. Dieser zugefrorene See hatte keine Ufer. Gern hätte er sich auf das Eis gelegt, den Kopf auf den Rucksack und die Arme um die Knie, während der Schnee ihn sanft zudeckte. Er war so müde. Er hatte die ganze Nacht nicht geschlafen. Aber aufhören würde erfrieren bedeuten. Also ging er weiter. Als das Gleißen des Schnees zu schmerzhaft wurde, schloss er die Augen. In seinem Kopf ließ es sich leben - weit weg von den schweren Beinen und kalten Händen. Manchmal kroch eine Erinnerung vorbei und er wärmte sich an einem Ofen, einem Silvesterfeuerwerk, an heißer Milch, an Sandburgen am Strand oder roten Lichtern in einem Christbaum. Oder er stolperte. Er öffnete die Augen wieder und sah schwarze Flecken im Schnee. Sie glitten weg unter seinem Blick, schlummerten in seinen Augenwinkeln. Es gab keine schwarzen Flecken, wusste er. Es war der Hunger.
Er angelte den letzten Schokoriegel aus seinem Rucksack und biss so fest hinein, dass das Knacken wie ein Schuss über den See hallte. Die Flecken lösten sich langsam auf. Ein Schatten jedoch blieb auf seiner Netzhaut hängen und wuchs sogar noch, als er auf ihn zuhielt. Hatte er am Ende doch das andere Seeufer erreicht? Er wagte es nicht zu hoffen und beeilte sich trotzdem, aus Furcht, der Fleck könnte, ehe er dort ankam, von dem endlosen Weiß verschluckt werden. Es war nicht das lang ersehnte Ufer, sondern eine kleine Insel im Eis. Die Bäume streckten ihre schwarzen Äste in den Him-