Bővebb ismertető
VORWORT Dieser letzte Band der Säugetier-Serie beschäftigt sich mit einer ganzen Reihe von Ordnungen (Nagetiere, Insektivoren, Fledermäuse, Beuteltiere), die augenscheinlich nichts miteinander zu tun haben — sie sind wirklich nicht näher miteinander verwandt als mit irgendeiner Ordnung. Aber sie heben zwei Schlüsselmerkmale der Säugetiere hervor — Variation und Anpassung. Manche dieser Säugetiere können fliegen, graben, lauten und schwimmen, manche können mit Ultraschall und Echo orten, jagen und sich miteinander verständigen und überragen damit weit die menschliche Wahrnehmung und das menschliche Verständnis. Sie sind so klein wie die winzige und erst kürzlich entdeckte (kitti's hog-nosed bat) oder so riesig wie die großen Känguruhs. Diese Lebewesen fressen praktisch alles, was eßbar ist — von Pflanzen bis zu anderen Säugetieren, von Insekten bis zu Fröschen. Daß uns viele dieser Tierarten, die hier vorgestellt werden, nicht vertraut sind, macht sie um so anziehender. Nach Ansicht vieler Menschen huschen Mäuse unauffällig umher und Ratten sind eine Plage, aber das alles straft das ungeheure Interesse der Fachleute an der Ordnung Rodentia Lügen. Nagetiere sind aus mindestens zwei Gründen faszinierend. Erstens sind sie außergewöhnlich erfolgreich. Nicht nur, daß die eine oder andere Form in jedem bewohnbaren Winkel der Erde lebt, viele von ihnen überleben sogar, obwohl der Mensch alles tut, um sie zu bekämpfen. Ihre Anpassungsfähigkeit und vor allem ihre Fähigkeit, sich rasend schnell zu vermehren, sind schon atemberaubend. Zweitens sind Nagetiere faszinierend, weil sich viele von ihnen überraschenderweise nicht unseren stereotypen Vorstellungen unterwerfen — einige graben wie Maulwürfe, andere klettern, wieder andere jagen Fische in Flüssen: in Südamerika sind einige Nagetiere so ^oß wie Schafe, andere sind auf den ersten Blick kaum von kleinen Antilopen zu unterscheiden.
Zu den Insektenfressern (Spitzmäuse, Igel, Maulwürfe) gehören kleine Räuber, die nicht nur »primitive« Ähnlichkeit mit den frühen Säugetieren haben, sondern mit ihrem kleinen Körper und dem ständig wechselnden Stoffwechsel an die Grenzen der Körperfunktionen von Säugetieren stoßen. Mehr als ein Viertel der Säugetierarten sind Fledermäuse. Wo immer es das Klima ertaubt, füllen sie eine ökologische Nische in der Luft. Dabei haben sie soviel Erfolg, daß zu ihnen Pflanzen-und Früchtefresser, Insektenfresser, Fleischfresser — sogar Blutsauger — und auch Opportunisten zählen. Für viele Menschen sind Beuteltiere lediglich Känguruhs und Wallabies. In Wirklichkeit gehören zu dieser Gruppe mehr als 260 Arten in allen Formen und Größen, und sie stellt eine der größten heute lebenden Säugetier-Unterteilungen dar. Zu den Beuteltieren gehören Arten, die in fast allen ökologischen Nischen leben, die plazentale Säugetiere überhaupt besetzen. Diese beiden Typen — plazentale Säugetiere und Beuteltiere — stellen ein weltweites entwicklungsgeschichtliches Expertment bei der Entwicklung der Säugetiere dar. Daß dabei oft vollkommen ähnliche Tiere mit ganz unterschiedlicher Herkunft herausgekommen sind, die aber auf identische Art und Weise an eine ökologische Nische angepaßt sind, spricht für die Fortschritte der Evolution. Bei der Planung dieses Werkes haben sich die Autoren hohe Ziele gesetzt. In jüngster Zeit entdeckten Zoologen immer wieder Fakten über Verhalten und Umwelt wildlebender Säugetiere und entwickelten neue und faszinierende Ideen, um ihre Beobachtungen zu erklären. Die Informationen sind jedoch noch so ungeordnet, daß vieles davon nicht einmal den Fach-Zoologen erreicht und viel weniger noch bis zu der allgemein an Tieren interessierten Leserschaft dringt. Daher war es das Ziel, die neuesten Informationen und Ideen zusammenzutragen und sie verständlich, ja unterhaltsam darzustellen. Wenn das gelungen ist, werden diese Seiten dem Wissenschaftler wie dem Laien viele neue Erkenntnisse vermitteln, und vorhandenes Detailwissen wird sich in neuen oder veränderten Zusammenhängen darstellen. Niemand kann die große Freude des Entdeckens so vermitteln, wie die Entdecker selber. Daher sind diese Bände über die Säugetiere einzig in ihrer Art, da sie Erfahrungen aus erster Hand und internationale Sachkenntnis vereinen. Es gibt keine einheitliche, »korrekte« Klassifikation des Tierreichs, so daß zwischen den Ansichten verschied'ener Systematiker vermittelt werden mußte. Im allgemeinen folgt das Werk bei der Gliederung der Familien und Ordnungen Corbet und Hill (siehe Literatur). Bei jedem Einstieg in die Besprechung einer Familie oder Art wurden die Autoren ermutigt, die neuesten Erkenntnisse über »ihre« Gruppen einfließen zu lassen.
Dieses Werk ist in verschiedene Ebenen gegliedert. Zunächst wird jede Gruppe von Ordnungen in einem allgemeinen Kapitel vorgestellt, das die Gemeinsamkeiten der Tiere und die Hauptunterschiede (vor allem den Bauplan), die Lebensräume, das gruppenspezifische Verhalten und die Entwicklung hervorhebt. Der Hauptteil des voriiegenden Bandes ist einzelnen Arten oder Gruppen nahe verwandter Arten gewidmet. Die Beschreibungen umfassen Details über ihre körperlichen Merkmale, Verbreitung, Entwicklungsgeschichte, Ernährung, Fortpflanzung, Sozialverhalten, Ökologie und Umwelt, Klassifizierung, Gefährdung und Möglichkeiten der Erhaltung sowie ihr Verhältnis zum Menschen.
Der Besprechung jeder Art oder Gruppe von Arten ist eine Übersicht vorangestellt. Sie erleichtert den Zugang zu den Hauptmerkmalen wie Verbreitung,