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AUFtÄKT
Entdecken Sie Namibia!
»Du kommst und du gehst. Aber wenn du wiederkommst, wirst du für immer bleiben.«
Der Farmer mit den wie Leder gegerbten, krummen Beinen bittet auf die Ladefläche seines alten Pick-up. Man möge sich gut festhalten, sagt er und startet den Motor. Es beginnt eine Berg- und Talfahrt wie auf dem Jahrmarkt. Einen steilen Weg hinauf, einen schmalen Weg hinunter, durch das ausgetrocknete Flußbett des Ugab, immer über Steine holpernd und in Bodenvertiefungen absackend. Dann ist die erste Etappe absolviert. Absteigen von der Laderampe, der Besitzer der Farm Omburo Ost Nr. 81, sein Vater deutschstämmig, die Mutter Burin, präsentiert die größte Attraktion auf seinem 7500 ha großen Besitz in der Nähe der FingerkUppe. Rock Art nennt er sie, die Zeichnungen und Gravuren, die einige wettergeschützte Felsen schmücken wie Michelangelos Fresken die Sixtinische Kapelle. Entdeckt hat Eckard Reitz sie im Alter von neun Jahren, beim Spielen auf den Steinen mit seinem Bruder. Als er seinen El-
Felszeichnungen und -gravuren wie diese in Tw^elfontein geben Einhlidt in prähistorisches Leben
tern davon berichtete, sagten die: KafFernquatsch, und damit war das Thema erledigt. Erst heute, wo Eckard Reitz im siebten Lebensjahrzehnt steht, ist ihm die Bedeutung dieser Felsengalerie aufgegangen. Der Farmer zeigt mit dem Stock auf eine sorgsam in den Stein geritzte Schildkröte. Sie ist von bizarrer Schönheit und einmalig in Namibia. Er zeigt menschliche Figuren, von Buschmännern vor 10000 oder 20000 Jahren mit einem Gemisch aus Naturfarben und Blut auf den Felsen gestrichelt. Er zeigt auf Tiere, vom altsteinzeitlichen Maler beobachtet: der lauernde Gepard, die gravitätisch äsende Giraffe, das bullige Nashorn auf der Flucht vor den Jägern, der Springbock mit dem massigen Geweih, die sprintende Antilope. Hier haben Menschen gelagert, in die Steinkammern haben sie sich nachts wie in eine Höhle zurückgezogen, auf dem Platz davor haben sie das erbeutete Wild zerlegt, durch Schnalzlaute Wohlbehagen auf das kommende Festmahl ausgedrückt, Feuer gemacht, ihre Speerspitzen über Steine geschleift, um ihnen Schärfe zu geben, und nach dem