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VORREDE
Unter dem Titel „Napoleon und seine Zeit" wird hier mit der Sammlung meiner Essays über das Empire begon-nen — einer Sammlung, die sich, wie ich hoffe, eines Tages zu einer ziemlich vollstándigen Gemáldegalerie der bemer-kenswerten Persönlichkeiten herausbilden wird, die Napoleon umgeben, gedient oder bekámpft habén.
Vielleicht wird man finden, daB diese Erzáhlungen nach der üblichen Meinung eher zur kleinen als zur groBen Geschichte gehören. Aber gibt es denn eine groBe und eine kleine Geschichte? Zweifellos gibt es im Grundé nur eine Geschichte, die in ihrer Forschungsweise und in ihrem Ausdruck, in ihrer Weltanschauung und in ihrer Schilde-rung der Umstande, in ihrer groBzügig zusammenfassen-den oder mehr auf Einzelheiten bedachten Art dem Temperament der Schreibenden entspricht.
Arme Geschichte, wir werden ihr ein wenig zu Hilfe kommen müssen. Denn sie ist neuerlich von seiten der besten Köpfe Frankreichs zum Gegenstand scharfer und zum Teil recht treffender Kritik gemacht worden. Paul Valéry hat ihr mit blitzendem Florett einige empfindliche Stiche versetzt. Nach ihm hat Georges Duhamel in seiner Antrittsrede in der Akademie ihr das Schwankende ihrer Methoden, die Unzuverlássigkeit ihrer Dokumentation, die Unvermeidlichkeit von Irrtümern und Lücken vorge-worfen. Sie habén leider beide recht. Doch warum wollen wir von ihr eine Art endgültiger Vollkommenheit verlan-gen? Ist sie doch Menschenwerk und kann und wird als