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Zum Geleit
Sechzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges verzeichnet der Suchdienst des Deutschen Roten Kreuzes noch immer 1,3 Millionen Vermisste. Sechzig Jahre nach Kriegsende sucht der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge noch immer nach zwei Millionen deutschen Kriegstoten. Sechzig Jahre, zwei Generationen nach dem Krieg gehen noch immer Anfragen von Angehörigen bei den Suchdiensten ein und erhalten noch immer Familien endlich Gewissheit über das Schicksal von Menschen, die sie liebten.
Dieses Buch gibt eine Ahnung davon, welches Leid der von Deutschland entfesselte Krieg und die damit einhergehende Gewaltherrschaft über die ganze Welt gebracht haben - und über Deutschland, denn am Ende schlug alles hierher zurück. Die Bilder und Geschichten bringen die Schrecken des Krieges vor Augen und zeigen, wie viel Kummer und Trauer damit bis heute verbunden sind; und sie erzählen von der Kraft der Nächstenliebe und Versöhnung über den Gräbern.
Die Organisationen, deren Arbeit in diesem Buch vorgestellt werden, helfen jede auf ihre Weise dabei mit, die Last der Vergangenheit zu tragen. Sie suchen nach den Opfern, sie klären ihre Schicksale, sie geben ihnen würdige Gräber. Sie sammeln Informationen und geben den Angehörigen Rat und Auskunft, sie hören zu und sie trösten. Und sie bewahren die Erinnerung an die Millionen unschuldiger Opfer des Krieges und der Gewaltherrschaft.
Vorwort
Sechzig Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs ziehen die durch das Bundesministeriunn des Innern finanzierten Suchdienste eine beeindruckende Bilanz. Sie stellen das bisher von ihnen Geleistete vor und zeigen, wie erfolgreich ihre vielfach mühevolle Suche nach vermissten Personen im In- und Ausland gewesen ist. Zugleich wird deutlich, dass ihre Arbeit selbst sechzig Jahre nach Kriegsende noch nicht beendet werden kann, auch wenn sich die Schwerpunkte verlagert haben.
Noch heute quält die Ungewissheit über das Schicksal nahe stehender Angehöriger oder Freunde zahlreiche Menschen, die sich mit der Bitte um Hilfe an die Suchdienste wenden. Leider konnten viele Suchanfragen bis heute nicht beantwortet werden, weil die entsprechenden Unterlagen fehlten. Dies war zum Teil auch eine Folge des Kalten Krieges. Erst mit seinem Ende öffneten sich Archive in östlichen Ländern. Nun können neue Erkenntnisse zur Klärung von Einzelschicksalen, aber auch für wissenschaftliche Untersuchungen gewonnen werden. Dies geschieht zum Beispiel durch das vom Bundesministerium des Innern unterstützte Projekt der deutsch-russischen Historikerkommission, das die Situation deutscher und russischer Kriegsgefangener aufarbeitet. Die Beschaffung der erforderlichen Informationen hierfür erfolgt im Rahmen eines auf sechs Jahre angelegten Datentransfers. Die russische Seite stellt dem DRK-Suchdienst München Dokumente über etwa zwei Millionen deutsche Kriegsgefangene und Zivilinternierte in digitalisierter Form zur Verfügung. Auch die Deutsche Dienststelle (WASt), der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Stiftung Sächsische Gedenkstätten erhalten für sie wesentliche Informationen aus den übermittelten Datensätzen.
Das vorliegende Werk stellt die unterschiedlichsten Formen der Zusammenarbeit aller hier vertretenen Einrichtungen in eindrucksvoller Weise dar. Besonders hervorgehoben sei die erfolgreich abge-