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Später kam ihr alles vor wie eine Szene aus einem Film. Natalia war die Zürcher Bahnhofstraße hinuntergeschlendert und hatte hin und wieder einen Blick in die Schaufenster geworfen. Sie mußte der Mutter den versprochenen schwarzen Wollschal mitbringen, sonst wäre das ganze Weihnachtsfest verdorben, das wußte Natalia. Die Mutter konnte in solchen Dingen wahnsinnig nachtragend sein. Und jetzt saß sie in diesem gräßlichen London, das in diesem Herbst 1941 voller Nebel war und ständig bombardiert wurde.Und sie, Natalia, war hier in Zürich, in ihrer Heimatstadt, die sie so sehr liebte und die durch den Krieg auch Veränderungen hatte hinnehmen müssen. Nicht, daß hier, wie sonst überall in Europa, verdunkelt werden mußte, nein, das nicht. Aber der Stadt fehlten die Fremden, von denen sie sonst immer gelebt hatte und die gerade der Bahnhofstraße ihr Flair vermittelt hatten. Endlich fand Natalia, was sie wollte, und zwar in einem kleinen Geschäft, das den Pflümlis gehörte. Ihre Familie kaufte dort schon seit Menschengedenken. Natalia war zufrieden. Sie hatte den schwarzen Wollschal, das Weihnachtsfest in London war gerettet.Erleichtert ging sie zum Zürcher See hinunter. Sie warf einen Blick hinüber zum Baur au Lac, entschloß sich kurzerhand, einen Kaffee zu trinken, und fand sich kurze Zeit später auf der Glasterrasse unter den rotleuchtenden Heizröhren wieder. Sie genoß den Blick über den kalt und frierend daliegenden See. Dann kam der Mann und sprach sie an.Madame Sidi aba Hassem würde Sie gerne sprechen, sagte er.Natalia sah überrascht auf: Wer? Madame Sidi aba Hassem . . .Ich kenne keine Madame Sidi aba Hassem, das muß eine Verwechslung sein, sagte Natalia lächelnd.Madame, sagte der Mann, und jetzt sah Natalia erst, daß er