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DAS BAUWERK
Das Cluny-Museum nimmt zwei verschiedene, nebeneinan-der gelegene Gebaude ein : im Westen Hegen die^tcilweise als Ruine erhaltenen Uberreste der römischen Thermen von Lute-tia, im Osten liegt der Privat-bau, den sich einer der Abte aus der berühmten Abtei Cluny in Burgund hier errichten lieB. Das römische Bauwerk stammt vom Ende des 2. Jh. oder An-fang des 3. Jh. n. Chr. Unter den erhaltenen Pariser Bauten aus der gallo-römischen Zeit ist es das bedeutendste. Im Nor-den ist kürzlich bei Grabungen die Fassadenmauer mit der ins Untergeschofi führenden Haupt-türe zwischen zwei wahrschein-lich als Gymnastik-Sále dienen-den Ráumen freigelegt wor-den. Im südwestlichen Winkel sjnd nur noch die Ruinen des Caldarium (Saal der heiBen Bader) und, entlang des Bou-levard Saint-Michel, des Tepi-durium (Saal der warmen Bader) erhalten. Aber über einem Keller, in dem sich zwei Ab-wásserkanále kreuzen, steht noch das Frigidarium (Saal der kalten Báder) : mit seinem ge-
waltigen Gewölbe záhlt es zu den eindrucksvollsten Zeugen der römischen Herrschaft in Gallien.
Die Abte von Cluny, die im 14. Jh. eines der in den seit langem verfallenden Thermen gelegenen Háuser erworben hatten, beschlossen, sich eine luxuriösere Behausung zu errichten ; Jacques d'Amboise (1485-1510) verwirklichte die-sen Plan. So entstand das riick-seitig gegen die römischen Mauern gebaute » Hőtel de Cluny « mit der nach Westen offenen Galerie, der Freitreppe an der Hauptfassade, dem Kü-chentrakt im Osten und der in einem auf den Garten gehen-den Durchgang errichteten Ka-pelle gen Norden. Obwohl die-ses spátgotische Gebaude zahl-reiche Restaurierungen erlebte (Durchbruch neuer Fenster, Er-neuerung des Skulpturen-schmucks an den Türen), ist es heute eines der wenigen und wertvollsten Privatbauten des Mittelalters, die in Paris erhalten geblieben sind. Wáhrend der Revolutionszeit wurde das als öffentlicher Be-