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György Kapocsy - Nationalparks in Ungarn [antikvár]

Nationalparks in Ungarn [antikvár]

György Kapocsy, Kapocsy György

 
A Is 1972 in Ungarn die Hortobágyer /% Puszta zum Naturschutzgebiet erklärt / % wurde, feierte der erste Nationalpark der Welt (Yellowstone, USA) den ^ 100. Jahrestag seines Bestehens. In den letzten hundert Jahren hat sich die Zahl der Nationalparks der Welt auf das Anderthalbfache erhöht, ihr Gesamtgebiet ist zehnmal größer als das Ungarns. Der Mensch hat nämlich in den vergangenen Jahrzehnten seine natürliche Umgebung so maßlos und unbedacht zerstört, daß die Erhaltung charakteristischer Namrlandschaften in ihrer Ursprungsform...
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A Is 1972 in Ungarn die Hortobágyer /% Puszta zum Naturschutzgebiet erklärt / % wurde, feierte der erste Nationalpark der Welt (Yellowstone, USA) den ^ 100. Jahrestag seines Bestehens. In den letzten hundert Jahren hat sich die Zahl der Nationalparks der Welt auf das Anderthalbfache erhöht, ihr Gesamtgebiet ist zehnmal größer als das Ungarns. Der Mensch hat nämlich in den vergangenen Jahrzehnten seine natürliche Umgebung so maßlos und unbedacht zerstört, daß die Erhaltung charakteristischer Namrlandschaften in ihrer Ursprungsform immer dringender vwrd, und das auch in unserem eigenen Interesse! Bei diesen Reservaten handelt es sich nicht um eingezäuntes Land. Sie dienen dem Stadtmenschen für seine geistige und körperUche Entspannung, dem Sammeln biologischer Erkenntnisse, dem Unterricht und der wissenschaftlichen Forschung. Zum Glück nimmt man in Ungarn immer mehr zur Kenntnis, daß die Wahrung der Naturschätze, der ungarischen Landschaft, der charakteristischen Flora und Fauna ebenso unsere Pflicht ist, wie die Wahrung und die Pflege unserer National-kulmr, unserer historischen Traditionen, unserer geistigen und gegenständlichen Volkskunst. Unsere fünf Nationalparks (Hortobágy 1972, Kiskunság 1975, Bükk 1976, Aggtelek 1985 und der Neusiedler See 1991), die mehr als 130 Landschaftsschutzgebiete und die über 1000 geschützten Naturobjekte zeigen die praktische Verwirklichung dieser Bemühungen.Wir sind uns darüber im klaren, daß wir Ungarn nicht über einen Niagara Wasserfall oder eine Serengeti Pußta verfügen, doch sind uns die auf den folgenden Seiten vorgestellten Naturschätze wichtiger als alles andere. Denn diese Landschaften, Steine, Pflanzen und Tiere sind unsere Heimat.Die bekannte Hortobágyer Pußta ist eine Welt der Widersprüche.Wenn ich aus dem kleinen Gartentor des Heimatmuseums heraustrete, darm quittiere ich mit dem Süllen inneren Lächeln, daß sich vor mir die Welt öffnet und mein Blick in die unbegreifliche Unendlichkeit schvifeift Schaue ich vor mich hin, grüßen die weißen Flecken des Sodabodens mit dem Kampferkraut, die flachen Wasserflächen, in der Feme verschmelzen die abgerundeten Kegel der Hügelgräber (geo-morphologische Formen, einstige Wachhügel und Begräbnisstätten) mit dem Horizont Die winzigen Details wirken ebenso wie der gleichförmige und doch nicht langweilige blaue Himmel mit der Kraft der tiefen Ruhe auf den Wanderer. Diese Landschaft hat etwas unaussprechlich Hochwürtli-ges an sich. Als lebten hier gar keine Menschen! Nur am Rande des Horizontes, wo die Pußta den Horizont berührt, zeichnen sich die Silhuetten verstreuter kleiner Hirtengehöfte und Ziehbrunnen ab.Schon der Name ist zatiberhaft: Hortobágy! Bei seinem Erklingen erscheint vielen von uns das Bild der nomadischen Pußta. Ihr wahres Gesicht köimen wir nur bei einer persönlichen Begegnung keimenlernen: die Fata Morgana und die natürlichen Widersprüche. Im Frühjahr wirkt sie manchmal wie ein Meer, doch innerhalb weniger Wochen trocknet sie aus, und auch das anspruchslose Sumpfgras muß auf dem aufgeplatzten harten Boden um sein Leben kämpfen.Wo gestern Wasser war, da wirbelt heute der Wind den Staub auf. Himmel und Erde, Wasser und Feuer - alles findet man in der Pußta vor. Durch Blitzschlag oder menschliche Verantwortungslosigkeit kann ein gewaltiges Gebiet in Brand gesetzt werden, bis der Pußtamensch dem Feuer Einhalt gebietet.Auf gleißenden Sonnenschein kann schnell Sturm folgen. Wehe dem, den ein Gewitter unverhofft überrascht. Aber so schnell es gekommen ist, so schnell verzieht es sich auch wieder. Danach herrscht Ruhe in der Landschaft. Regenduft erfüllt die Luft, das Gras glänzt, die unbefestigten Wege sind manchmal unpassierbar.Und wie hoheitlich einfach ist die Pußta unter der Schneedecke! Nur in der Ferne sieht man eine Handvoll Gehöfte mit rauchenden Schornsteinen und den unausbleiblichen Ziehbrunnen. Die Geschichten von einst harten Wintern sind auf den vergilbten Blättern alter Kalender zu finden. József Kabai, Notar in Püspökladány berichtet über die Schäden eines schweren Gewitters im Januar 1816. In Karcag mußten 156 Rinder, 13 Pferde, 4 336 Schafe ihr Leben lassen, inMadaros waren es 72 Rinder, 2 228 Schafe, in Ladány 204 Rinder, 11 Pferde, 4 394 Schafe und 25 Schweine. Hinzu kamen aus Polgár, Balmazújváros, Egyek, Csege, Füred, Tiszaörs, Igar, Tiszaszentimre und Nagyiván 13 Menschen, 3 724 Rinder, 79 Pferde, 25 483 Schafe, 76 Schweine, die in zwei Tagen erfroren sind. Die Pußta war Schauplatz vieler Naturkatastrophen.Ja, vielen bedeutet die Pußta nichts. Ausländische Touristen setzen oft die Pußta mit Ungarn gleich. Dagegen protestiert natürlich unser nationales Selbstbewußtsein.Neben der großen Weite hat hier jede in cm gemessene Entfernung und Niveauveränderung eine Bedeutung. Die Schönheit und die Werte der Pußta bilden den Hintergrund für Volksmärchen. Wenn jemand mit geplätteten Hosen und städtischem Hochmut ankommt und nicht in der Lage ist, sich der ungewöhnlichen Stimmung der Landschaft, ihrem Schweigen hinzugeben, der wird der Pußta sicher den Rücken kehren, und sie wird ihm ewig ein Geheimnis bleiben.Was sieht schon ein oft oberflächlicher ausländischer Betrachter bei einem ein- bis zweistündigen Pußtabesuch? Er besucht die im Zentrum von Hortobágy gelegene 92 m lange Brücke mit den neun Löchern, Ungarns bisher längste Steinbrücke. Vielleicht ißt er in der klassizistischen Hortobágyer Tscharda. Auf der von Tiszafüred nach Debrecen führenden grauen Asphaltstraße verweilt er für einen Augenblick. Das ist die Pußta. Ja und nein. Es sind die Sehenswürdigkeiten der Pußta, unbestreitbar die tradidonswahrenden Werte und doch nur die Oberfläche.Der Mensch kennt seinen Freund nicht nur von den Äußerlichkeiten, sondern von seinen inneren Werten, besonders deshalb liebt er ihn. Um die Pußta auch aufgrund ihrer Werte

Termékadatok

Cím: Nationalparks in Ungarn [antikvár]
Szerző: György Kapocsy Kapocsy György
Kiadó: Officina Nova
Kötés: Fűzött kemény papírkötés
ISBN: 9638185392
Méret: 230 mm x 280 mm
György Kapocsy művei
Kapocsy György művei
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