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GrußwortObwohl wir uns angewöhnt haben, die Wiedervereinigung Deutschlands als Geschenk zu preisen, als einen Glücksfall der Geschichte, beweist sich die innere Einheit unsers Landes als stete Herausforderung. Sie ist das eigentliche Ziel unseres Trachtens. Sie ist unser Versprechen an die Zukunft, das sich nicht allein erfüllt. In diesem schwierigen, mitunter auch schmerzhaften Prozess kommt unserer gemeinsamen Kultur die Aufgabe zu, wegweisend und wegwahrend zu agieren, nimmt sie doch gerade in ihrer Vielfalt die erträumte Einheit vorweg.Das kulturelle Erbe Deutschlands, dieser in Jahrhunderten gewachsene, in den Regionen immer wieder neu verortete Schatz, besitzt im Osten Deutschlands besonders tiefe und noch immer starke Wurzeln. Menschen wie Martin Luther oder Johann Sebastian Bach sind hier aufgewachsen - und veränderten die Welt. Eine Institution wie das Bauhaus gedieh hier fern der Metropolen - und prägte eine ganze Epoche. Und obwohl es nahe liegt, im Angesicht notwendiger Reformen den Bhck auf entfernte Epochen zu verklären, erinnern uns deren Zeugnisse doch gerade erst daran, dass unser kulturelles Erbe nicht nur in Zeiten allgemeinen Wohlstands und auch nicht in einem national ausgerichteten, hermetisch abgeschlossenen Raum entstand. Oft sind wir stolz auf Werke, die in schwierigen Zeiten entstanden und tiefe Einschnitte überdauerten, die aus der Neugier auf Fremdes entwickelt wurden, die mutig waren und selbst verändem wollten.Einige dieser besonderen Kulturleistungen präsentiert die Ausstellung Nationalschätze aus Deutschland. Von Luther zum Bauhaus und bietet so die einmahge Chance, sich unserem kulturellen Reichtum aus vergangenen Jahrhunderten unter einem ganz neuen Bliclcwinkel zu nähern. Sie dokumentiert, dass es gerade die über Jahrhunderte gewachsene partikulare Struktur Deutschlands war, die den Nährboden unserer kulturellen Vielfalt bildete, was durchaus nicht im Widerspruch zum Engagement des Bundes steht, viele der in der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen (KNK) vereinten kulturellen Spitzeneinrichtungen im Osten der Bundesrepublik Deutschland zielgerichtet zu unterstützen. Die Ausstellung belegt vielmehr, wie eine systematisch orientierte Kulturförderung des Bundes im Einvernehmen mit den Bundesländern im Interesse der Kulturellen Leuchttürme funktionieren kann - zum Nutzen unserer Nationalkultur.stellvertretend für die KNK danke ich ihren beiden Sprechern Prof. Dr. Martin Roth und Hellmut Seemann für die Initiative zu diesem Projekt. Ich freue mich, dass die Kulturstiftung des Bundes durch ihre großzügige Unterstützung diese Ausstellung ermöglicht und ihre Realisierung engagiert betreut hat. Nicht zuletzt beglückwünsche ich die Kuratorinnen und Kuratoren zu ihrem faszinierenden Werk. Ich wünsche uns allen viele erwartungsvolle Besucherinnen und Besucher - und weitere Ausstellungsmöglichkeiten in anderen Landesteilen, in Europa und in der Welt. Ich bin sicher, dass die Ausstellung neugierig macht auf die vielen großartigen Museen zwischen Stralsund und Chemnitz, Eisenach und Bad Muskau!Dr. Christina WeissStaatsministerin beim BundeskanzlerBeauftragte der Bundesregierung für Kultur und MedienVorwort und DankSeit 15 Jahren ist Deutschland wieder vereinigt. Die Mauer zwischen West- und Ostdeutschland ist gefallen und die politische Einheit hergestellt. Doch bis auch das letzte Mauerstück in den Köpfen der Menschen verschwunden ist, bis die Einheit auch emotional hergestellt ist, wird es noch etwas Zeit brauchen. Die unterschiedlichen Erfahrungen wirken fort und führen zu verschiedenen Sichtweisen in Ost und West. Die Kultur jedoch bietet eine ideale Basis der Verständigung, denn sie ist das gemeinsame, jahrhunderteahe Erbe. Begriffe wie Reformation, Weimarer Klassik oder Bauhaus sind für die Identität aller Deutscher bedeutend.Welch herausragende Rolle jedoch gerade Ostdeutschland in der Kulturgeschichte Europas gespielt hat und spielt, soll mit dieser Ausstellung verdeutlicht werden. Etwa 500 herausragende Werke aus den 23 Institutionen der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen sowie aus der Stiftung Schloss Friedenstein Gotha und den Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, wurden für dieses Projekt zusammengetragen. Sie laden ein zu einem Streifzug durch 500 Jahre Kunst- und Kulturgeschichte, bei dem zugleich die Entstehung und der Wandel von Sammlungen und Museen reflektiert wird. Ausgehend von der Reliquien- und Kunstsammlung des Kurfürsten Friedrichs des Weisen zu Beginn des 16. Jahrhunderts, wird nachgezeichnet, wie sich das Sammeln im Laufe der Zeit verändert hat. In der Renaissance erfüllte es einen anderen Zweck als im Barock oder zur Zeit der Aufldärung. Aus fürstlichen Schatzkammern wurden allmählich öffentliche Sammlungen und wichtige Bildungsstätten. Die Ausstellung verfolgt diese Entwicklung bis in das frühe 20. Jahrhundert.Nie zuvor wurden diese Schätze aus den neuen Bundesländern in einem solchen Umfang und in solcher Qualität für eine Ausstellung vereint. Ich möchte allen Leihgebern, die sich großzügig und engagiert auf dieses Projekt eingelassen haben, herzlich danken. Dank gilt auch der Kulturstiftiing des Bundes, die das Vorhaben substantiell gefördert hat. Meinen Kollegen im Lenkungsausschuss möchte ich für ihren Einsatz ebenfalls danken: Martin Roth, Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, Hellmut Seemann, Präsident der Stiftung Weimarer Klassik/Kunstsammlungen, und Norman Rosenthal, Ausstellungssekretär der Royal Academy in London, der das Kuratorenteam mit Robert Suckale und Gude Suckale-Redlefsen angeführt hat. Für die wissenschaftliche Mitarbeit danke ich Roland Enke, Daniela Kratzsch und Sabine Vogel. Die Projektleitung lag bei Bettina Probst von der Konferenz Nationaler Kultureinrichtiangen und bei Susanne Kleine von der Kunst- und Ausstellungshalle. Sie haben in besonderer Weise zum Gelingen des Unternehmens beigetragen. Die Firma x:hibit hat die Ausstellung mitgeplant und umgesetzt; auch hierfür ein herzliches Dankeschön.Möge die Ausstellung die Neugier auf die Schatzhäuser im Osten wecken und Anlass für eine Entdeckungsreise sein! Dr. Wenzel JacobIntendant, Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland