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Vorwort
In der Umweltpolitik gibt es derzeit einen Trend zum Großen, das soll heißen einen Trend zur Internationalisierung, zu grenzüberschreitender Zusammenarbeit, zu großräumigem Denken und Handeln. Das ist gut so, denn dahinter steht die Einsicht, daß nationale Umweltpolitik allein kein Land mehr vor den Gefahren der Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden retten kann.
Bei diesem Ringen um internationale Umweltverträge und einheitliche Schadstoffgrenzwerte dürfen aber die kleinen, die unscheinbaren, die verborgenen Schätze der Natur nicht vergessen werden. Im Gegenteil, wir sollten an jeder Wiese, jedem Tümpel, jeder Hecke, jedem Feldrain und jedem Bach hängen. Jeder Park, jede Grünanlage, jeder Baum einer Stadt verdient unsere Unterstützung. Denn, abgesehen vom Erfolgserlebnis ist das, was wir mit der Bewahrung dieser kleinen und kleinsten Biotope schaffen, »Natur zum Anfassen«, unmittelbar spürbare, hautnah erlebte und beobachtbare Lebensqualität für jeden einzelnen.
Global denken und lokal handeln war lange Zeit eine Devise in der Natur- und Umweltschutzarbeit, die sinnvoll und vernünftig erschien. Heute genügt dieser Ansatz nicht mehr. Wir sind gefordert, globale mit lokalen Aktivitäten zu verbinden und die wechselseitigen Zusammenhänge zwischen ihnen wahrzunehmen und weiterzuvermitteln. Wir müssen lernen, die globalen Ursachen für lokale Umweltprobleme zu erkennen und umgekehrt. Wir müssen uns um grenzüberschreitende Umweltpolitik bemühen, damit die Lebensqualität unserer unmittelbaren Umwelt erhalten bleibt bzw. wiederhergestellt werden kann. Und wir dürfen den Blick für das Kleine nicht verlieren, um die Kraft für das Große aufzubringen. Der WWF als internationale Organisation mit einem weltweiten Netz von Landesorganisationen und lokalen Stützpunkten setzt sich auf allen Ebenen für die Natur ein. Gefordert ist aber auch jeder einzelne von uns.
In diesem Sinne möchte ich Ihnen dieses Buch ans Herz legen. Sie werden verborgene, kleine und kleinste Kostbarkeiten der Natur entdek-ken, in diesen vielleicht die Widerspiegelung der großen Zusammenhänge unseres Ökosystems erahnen und daraus erkennen, ob die Ordnung noch intakt ist, oder schon gestört wurde.