Bővebb ismertető
Seit der Annahme der Konvention zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Menschheit im Jahre 1972 hat sich die Einstellung der Unterzeichnerstaaten zum kulturellen und natürlichen Érbe der Menschheit auf beachtliche Weise weiter-entwickelt.Zunachst einmal hat sich der Begriff Na-tur verandert. Die einstige Spielwiese, mit der man nach Lust und Laune verfahren konnte, ohne Funktion, Makellosigkeit und Fortbestand dieses natürlichen Rahmens aufs Spiel zu setzen, wurde mittlerweile zur Partnerin des Menschen. Umwelt besitzt heute einen festen Stellenwert, die Not-wendigkeit, sie vor zunehmend deutliche-ren und immer schwerwiegenderen Gefah-ren zu schützen, ist uns klar bewuftt geworden. Seitdem die Risiken irreparabler Scháden klar zu erkennen sind, ist diese Er-fordernis dringlicher denn je. Dieser be-grüftenswerte BewuRtseinswandel, der aber noch nicht in allén Landern auch durch notwendige Entscheidungen auf politischer Ebene zum Ausdruck kommt, hangt auch mit derTatsache zusammen, daft die Natúr im gleichen MalJe wie die Kultur einen Teil unseres Erbes darstellt. Die zweite Stolkichtung dieser positiven Entwicklung zielt genau auf den Begriff Welterbe ab. Mit der legendaren Rettung der nubischen Tempel von Abu Simbel wurde der Welt erstmals bewuftt, dali ein agyp-tischer Tempel, dessen Wert in jeder Hin-sicht auGergewöhnlich ist, nicht nur Ágypten alléin gehört. Dieses Kulturdenk-mal bereichert die ganze Menschheit, die auch für seinen Fortbestand verantwortlich ist und sich dafür einsetzt. In den vergangenen 20 Jahren hat sich die lnternationalisierung des Welterbes, Natúr und Kultur zusammengenommen, unter der offensichtlichen Einwirkung der Kom-munikations- und Informationstechnologie noch verstárkt. In der Tat gibt es heute kaum ein Kind, das nicht mit der Sternkarte ver-traut ware. Und welche Bedeutung hat heutzutage noch die raumliche Distanz für jemanden, der mit seinen Gesprachspart-nern über Internet kommuniziert? Unserem Érbe geht keinTestament voran, bemerkte einmal auf glánzende Weise der Dichter René Char. Faktisch sind wir die Érben und Treuhánder der Natúr und Kultur,die der blaue Planet als weltumspannende Heimat aller Menschen birgt. In dieser Eigenschaft sind wir verpflichtet, diese Wunder zu bewahren und sie den nachrückenden Cenerationen weiterzuver-erben. Diese Aufgabe des Schutzes wird immer schwieriger, denn wir wissen nur all-zu gut, dali zu den Naturkatastrophen lei-der jene immer háufiger eintretenden und zunehmend verheerenderen Katastrophen hinzukommen, die der Mensch hervorruft-Kriege, Umweltverschmutzung und Fahr-lassigkeit, um nur einige zu nennen. Diese Aufgabe kann nur dann von Erfolg gekrönt sein, wenn der gesamten Gemeinschaft ein-leuchtet, was auf dem Spiel steht und welche Wege zu beschreiten sind, bevor sie sich mit aller Entschiedenheit an die Arbeit begibt.lm Zeitraum einer Generation sind grofte Fortschritte erzielt worden, sowohl hin-sichtlich der Einstellung der Menschen als auch direkt vor Ort. Die Staaten habén vor allém innerhalb derVereinten Nationen ih-re MaRnahmen in Einklang gebracht, um der gestiegenen Aufmerksamkeit für die Umwelt und für eine dauerhafte Entwicklung auch Tatén folgen zu lassen. Dank der UNESCO-Liste des Welterbes, auf der heute rund 500 Státten in über 100 Landern aufgeführt sind, setzt sich die Staatenge-meinschaft dafür ein, ihre Verpflichtungen zu erfüllen und dieses Érbe den nachfol-genden Generationen weiterzugeben. Es bedarf jedoch noch vieler Anstrengungen, zu denen jeder beitragen kann. Nichtstaatliche Organisationen, parlamen-tarische, lokale und regionale Verbande, die Medien sowie Jugendvereinigungen -sie alle spielen eine Rolle bei der Aufwer-tung und beim Schutz der natürlichen Schönheit der Welt und ihrer geschichtli-chen Zeugnisse.Möge sich jeder Leser dieser Enzyklopadie von dieser Schönheit bezaubern lassen und selbst eine tragende Rolle beim Erhalt unseres gemeinsamen Erbes übernehmen.Federico Mayor Zaragoza Generaldirektor der UNESCO