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NEAPEL
Die grossen Reisenden der Yergangenheit unterliessen es nie, Neapel zu besuchen, in der Gewissheit, hier eine völlig andere Welt und Menschheit zu entdec-ken. Auch heute noch, in einem Európa, das überall gleichen Fortschritt anstrebt, bleibt Neapel ein « Uni-cum », eine Art « Nation in der Nation », mit seinen
eigenartigen Sitten und Bráuchen, die besonders stark hervortreten, wenn man sie im Gegensatz zu dem Neuen betrachtet, das sich hier aus verschiedenen und verwickelten Gründen nicht so recht behauptet, wie es etwa in anderen, der Veránderung aufgeschlosse-neren Gebieten der Fali ist. Neapel verdankt seine an-haltende, angeborene Lebenskraft dem extrovertierten Charakter seiner Bevölkerung, jenem einzigartigen « Helden », den man ohne Rhetorik « Neapolitaner » nennen muss. Der Neapolitaner, der ausserhalb seiner Stadt eine starke Anpassungsfahigkeit und in seinem Milieu ein erstaunliches Schauspieltalent beweist, be-nimmt sich in der Öffentlichkeit fast so, als sei er zu Hause, wobei er oft seine Energien vergeudet und
Der Molo Angioino mit dem einmaligen SchifEsbahnhof für Passagiere, die von hier in alle Erdteile fahren. Am Abend verleihen die verankerten Überseedampfer mit ihren Lichtern dem riesigen Hafen einen fast un-wirklichen Zauber. Am Tage sieht man den Vesuv in seiner unvergleichlichen, majestá-tischen Schönheit.
Hier ein klassisches Panorama von Neapel mit dem Vesuv, dem Castel dell'Ovo und der Via Carac-ciolo zwischen dem Rathaus und dem Meer. Selbst diese Postkartenansicht nimmt der Landschaft und dem Golf nichts von seiner harmonischen (fast möchte man sagen, lateinischen) Linienführung. Der Golf besteht aus einer Reihe lieblicher Meeres-buchten, die für die neapolitanische Küste charak-teristisch sind.