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Erstes Kapitel Vor dem Sommerpalast Mudschalliba in Babylon arbeiteten die Sklaven, daB ihnen der SchweiB in Strömen von der Stirne lief. Aber unermüdlich schwang der Fronvogt über ihnen seine lange dünne, in Bleispitzen auslaufende GeiBel, die Treiber liefen mit dornbewehrten Stöcken hin und her, um lassige aufzuspüren, die sie strafen konnten, um fleiéige noch mehr anzuspornen, bis auch diese das Letzte hergaben, was ihre Muskeln und Sehnen an Kraft bargen. Keuchend schleppten groBe, starke Áthiopier schwere, behauene Quadern und Holzstamme, die die syrischen Tischler aufrichteten und mit Bronzenageln zusammenfügten, so Tor an Tor, Pforte an Pforte reihend, indes Edomiter und Judáer, die ihnen an Kraft nachstanden, an langen Stangen Kübel mit schwarzer Erde trugen, Weinreben einpflanzten, Myrtenstráucher und Lorbeerhecken beschnitten und andere Gártnerarbeit verrichteten. Denn der zehnteTamuz war nahe, der Tag, an dem das Hochzeitsfest des Kronprinzen Nebukadnezar mit Amuhea, der Tochter des medischen GroBkönigs, sich zum erstenmal jahrte, und an diesem Tage wollte er seiner jungen Gemahlin das Wunder der Wunder, den hangenden Garten schenken, der vor dem Sommerpalast jetzt errichtet wurde1. Ein Jahr war seit dem Fali Ninives verflossen. Seit 1 Die sogenannten „hangenden Gárten der Semiramis", von denen Herodot be richtet, entstanden erst ziir Zeit Nebukadnezars,