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Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte 3/2006. [antikvár]

Doris Lucke, Gerhard Hofmann, Jochen Thies, Klaus Harpprecht, Thymian Bussemer

Verlag J.H.W. Dietz Nachfolger , Megjelenés: 2006. január 01.
 
Johannes Rau war schon zu Lebzeiten als Menschenfischer eine identitatsstiftende Legende. Unsere Zeitschnft trauert um einen ihrer früheren Mitherausgeher. Die Worte aus Heribert Prantls Nachrufhatten dem Verstorbenen sicher gut gefallen: Er stand stets dafür ein, dass von der Politik Gutes erwartet werden kann. Was uns da in den letzten Wochen vorgeführt wurde, war alles andere als ein Kampf der Kulturen. Es war Schlimmeres: ein Wett,- mitunter Amoklauf der kulturellen Ignoranten aller Seiten. Ausgelöst von einer Gruppé entschlossener...
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Johannes Rau war schon zu Lebzeiten als Menschenfischer eine identitatsstiftende Legende. Unsere Zeitschnft trauert um einen ihrer früheren Mitherausgeher. Die Worte aus Heribert Prantls Nachrufhatten dem Verstorbenen sicher gut gefallen: Er stand stets dafür ein, dass von der Politik Gutes erwartet werden kann. Was uns da in den letzten Wochen vorgeführt wurde, war alles andere als ein Kampf der Kulturen. Es war Schlimmeres: ein Wett,- mitunter Amoklauf der kulturellen Ignoranten aller Seiten. Ausgelöst von einer Gruppé entschlossener Rechtpopulisten mit Öffentlichkeitsprivileg, die den von ihnen angeprangerten Fundamentalisten im Islam auf ihre Weise zum Verwechseln ahnlich sind. Der Vorgang kann uns das Fürchten lehren. In seiner Art durchaus ein Modell für das, was uns blühen könnte, wenn wir zuliefien, dass die eifernden Instrumentalisierer aller Láger das Kommando übernehmen und von uns Loyalitat einfordern, sei es im Namen einer missbrauchten Religion oder unserer missbrauchten Grundrechte. Solch kalkulierte Fehlgrijfe wie die Karikaturen stellen gewiss nicht die Pressefreiheit in Frage, aber sicher die Motive jener, die sie zu verantworten habén. Was waren das für erbarmliche Zeichnungen, die nicht die Tabus der eigenen Kultur selbstbewusst aufs Korn nahmen, sondern die Heiligtümer der Anderen lacherlich zu machen versuchten. Und das in einem Land, in dem die muslimische Minderheit ohnedies kaum noch geduldet ist. Langst wissen wir doch, dass in jeder Religion gewaltbereite Fundamentalisten auf ihre Anlasse lauern. Wer will, weifi aber auch, dass sie nirgends den Anspruch erheben können, für alle zu sprechen, in keiner Religion, in keiner Kultur, in keinem Land. Gefragt sind nun nicht reflexhafte Parteinahmen, sondern Distanz. Differenzierung und Reflexion. Jede Religion und jede Kultur hat ihre dunkle Seite, in der Fundamentalismus gedeiht, und jede ihre Lichtquellen, die den Weg der Verstandigung weisen. Zum Thema dieses Heftes: Dissidenten habén die demokratische Revolution in Osteuropa auf den Weg gebracht und zum Ziel geführt. Es waren zu allén Zeiten wohl vornehmlich Dissidenten, die dem Fortschritt zum Durchbruch verhalfen. Sei es, indem sie etwas Neues begannen, dem immer mehr folgten, oder das Hergebrachte zur Erneuerung zwangen. Ein Lob der Dissidenz. Kann sie zum Prinzip werden, Produktionsmittel des Fortschritts? Ist sie in Zeiten noch möglich, da Dogmatismus nicht mehr verordnet werden kann? Unsere Autoren gehen diesen und anderen Fragen nach. Nicole Maschler klart die Begrijfe, Karin Priester analysiert die unterschiedliche Rolle von Loyalitat und Dissidenz in Diktatur und Demokratie. Norbert Seitzfragt im Gesprach mit Stephan Hilsberg und Günter Nooke nach dem Schicksal der früheren ostdeutschen Bürgerrechtler in der gesamtdeutschen Demokratie. Auch für Reformpolitik gilt: Am meisten lernen kann man von dem, was anderswo Junktioniert. Wolfgang Merkel hat sein grófi angelegtes Forschungsprojekt zum Vergleich sozialdemokratischer Reformpolitiken in Európa abgeschlossen und das Ergebnis in einem eindrucksvollen Buch vorgelegt. Im Interview beantwortet er Fragen nach den Lehren aus seinen Forschungsergebnissen. Wirfreuen uns, ab dem Mai-Heft Hanjo Kesting als neuen Kulturredakteur begrüfien zu können, der nach seiner langjahrigen eindrucksvollen Arbeit als verantwortlicher Redakteur beim ndr das kulturelle Profil dieses Blattes scharfen wird. Thomas Meyer

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Cím: Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte 3/2006. [antikvár]
Szerző: Doris Lucke , Gerhard Hofmann , Jochen Thies , Klaus Harpprecht Thymian Bussemer
Kiadó: Verlag J.H.W. Dietz Nachfolger
Megjelenés: 2006. január 01.
Kötés: Ragasztott papírkötés
Méret: 160 mm x 240 mm
Doris Lucke művei
Gerhard Hofmann művei
Jochen Thies művei
Klaus Harpprecht művei
Thymian Bussemer művei
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