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Ein Gespräch mit THOMAS SCHÜTTE von Martin Hentschel
Marlin llcnlschcl: Tiiomüs. Deine früheren Arhcilcn bczagcii sich auf bcslimnile Ausslellungskonicxlc, z, B-dic Dekorationen wie die »große Miiiicr« in Köln. Thomus Schütte: Meine Arbeiten heute, auch wenn sie sich auf Papier abspielen, beziehen sich immer noch auf Kontexte. Da hnt sich nicht viel geändert. Das Interesse ist immer noch da. der wesentliche Punkt isi, sowohl mein eigenes Anliegen wie auch gleichzeiiig einen Kommentar abzugeben.
Monate. Ich meine Kulisse überhaupt in keiner Weise abwericnd. Kulisse ist cinfach nur ein Vcrsuch, einen möglichst kompletten Raum zu schaffen oder zu gestalten, der dimn eine lirlehnisqualitüt hat und nicht nur eine intclektuelle Pointe. Diese Themen gehen über einige Jahre hinweg, ilas sind alles keine Schnellschüsse. MH: Woher kommt das Interesse an Raum und Architektur?
TS: Ich muß dazu sagen, daß das mit Gcschichte zu tun hat, daß mun geprägt ist. Die allererste Ausstellung, die ich jc gesehen habe, das war die Documenta 1972 und die war nun mal sehr stark kontexiuell/konzeptionell/räum-lich geprägt, und dann die Düsseldorfer Situation. MH: Was meinst Du. wenn Du sagst, die Düsseldorfer Situation?
Da gibt CS die Bcchcfs. die «it Jahren Archilckturiolo» machen und die Hecher-Schulcr. die das weiterfuhren. Hier gibt es z. B. den Bcuys; cb iii auch cmc intcrnati^
nale Situation, in der viele Ausländer wichtige Gcichich-
ten gemacht haben, Buren etwa, Nauman. I-cWitc. Und
das ist halt das Klima, in dem man aufwachsi. worüber
man eigentlich gar nicht viel reden kann.
MH: Was hat sich aus diesem Klima für Deine Arbeil
und die ersten Ausstellungen ergeben?
TS: Es ging einige Zeit um die konkreten Ausstellung^
gegebenheiicn oder Arbeitsbedingungen. Lange Zeit
hatte ich nur dekorative Eingriffe parat wie z. B. die
Ausstellung beim R. Schötlle 1980-dic die Arbeiten mit
und über Dekoration zum Thema hatte. Bis dann eben
durch die Wcslkunst das Problem kam. daß da eben
VERGESSEN
MA
Bloß das Repertoire hat sich halt bereichert, ausgehend von der reinen Ausstaffierung oder Auskleidung einer Situation, ob das nun Treppenhaus ist oder Galerie oder cinc Abfolge von Galerieräumen. Dann hat sich irgendwann einmal eine Notwendigkeit ergeben, besonders bei dem Problem dcrleeren Hallen, die eigenen Wände auch zu entwerfen. EswirdzwarArchiickiur genannt, aber es ist ja gar keine.
MH: Bezieht sich Deine Äußerung jetzt auf die Situation bei »von hier aus«? Denn du ist ja der archiiekiurale Rahmen gleichzeitig Thema Deiner Arbeit. Du stellst Architektur selbst her.
TS: Nein. Ich muß sagen, ich halte es nicht für Architektur, ich halte es mehr für »Kulisse« und das ist ein altes Thema. Architektur hat für mich etwas mit Vcruntwor-
lungzutun-nflmlich mil der Prüsenzülwrllingcralszwei
TS: Umer der Düsseldorfer Situation verstehe ich erst einmal die Akademie, also, wo wichtige Künstler Lehrer sind, Lehrer spielen. Es gibt hier eben eine ziemlich, wenn man es so reduzieren will, interessante Polarisie-rung. wie es die in Berlin auch gibt, da wird eben vornehmlich gemalt und hier wird vornehmlich eigemlich nicht gemalt. Hier setzt man sich vornehmlich mit Kontexten und Materialien und raumlichen Geschichten nus-einander. Man muß cinfach nur wissen, daß z. B. die sogenannte Minimal- und Konzeplkunsl eigentlich hier groß geworden ist.
Und da war auch ein Zuspiel zwischen den Kollegen. Also, es war und ist ein richtiges faires Spiel zwischen Leuten, das heute noch imhlili, auch nach der Akademie. Ludgcr Gerdes. Keitthard Mucha. I larald Klingelhöllcr. Wolfgang Luy und einige mehr sind hier zu nennen.
überhaupt nichts zu dekorieren war. sondern da mußte erst was gebaut werden. Und wenn da ein Raum ist. der gebaut wird, da möchte ich dann mitreden. Ich will nicht eine Idee vom Archhekten dekorieren. Das war eigentlich der inleressame Auslöser, dieses Projekt für die Westkunst,
MH: Bei den Westkunst-Modcllcn bestand divh im Grunde ein Mangel in der Präsentation, nämlich dadurch, daß der Maßstab nicht der war, den Du oigcntlich imgcstrcht hast.
TS: Nein, das ist ein Mißven-tändnis. Also, wenn man irgendwas plant, was grOücr ist, dann muß man halt ein Modell bauen. Ob das nun aus Zcitungsp.ipier ist txler aus Knete, man muß ju sich irgendwie klar werden -d.is sind reine Arl>citsnu>dclle. die waa-n im Mallst.nb l-^il