Bővebb ismertető
Nach der Zerstörung des altén Gebáudes waren die Schátze der Neuen Pinakothek seít 1947 nur in Auswahl provisorisch zusammen mit den Gemálden der Staatsgaierie moderner Kunst im Haus der Kunst untergebracht. Der vorliegende Publikumskatalog", der sámtliche (ca. 540) in der Neuen Pinakothek ausgestellten Gemálde und Plastiken erfaBt, erscheint zur Eröffnung des von Alexander Freiherr von Branca geplanten Neubaus am 28. Márz 1981. Die alphabetisch nach Künstlern angeordneten Erláuterungen möchten dem Besucher den Zugang zu den einzelnen Kunstwerken erleichtern. Die Texte basieren zwar auf den Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung, wenden sich aber in ihrer Diktion an ein breites Publikum und setzen sich somit entschieden gegen die speziell der Forschung dienenden wissenschaftlichen Bestandskataloge ab. Bei der Einrichtung des Neubaus wurde das Ausstellungskonzept im Hinblick auf das inzwischen zur Neige gehende 20. Jahrhundert und die damit zusammenhángende Erweiterung und Neuordnung der Staatsgalerie moderner Kunst neu durchdacht. Dabei wurde von einer inneren Geschlossenheit der Kunst des 19. Jahrhunderts ausgegangen, so wie sie sich aus unserer heutigen Sicht ergibt: sie reicht von Goya, Dávid und der erst in jüngster Zeit zielstrebig aufgebauten Sammlung englischer Maierei bis zum Jugendstil und den Symbolisten. Erst die Avantgarde des 20. Jahrhunderts - die Fauves, Kubisten, Expressionisten und Dadaisten - versuchte radikal mit dem historischen Weltbild ihrer Vorfahren zu brechen. Mit ihnen setzt deshalb folgerichtig der Rundgang durch die Staatsgalerie moderner Kunst ein. Zweifellos werden spatere Generationen mit zunehmendem Abstand zur Kunst des 19. und 20. Jahrhunderts unsere heute gewonnenen Einsichten einmal für revisionsbedürftig haltén. Die Maierei des 19. Jahrhunderts, die in der Neuen Pinakothek eine der bedeutendsten und schönsten Heimstátten besitzt, ist lange Zeit verkannt worden. Es herrschte die Meinung, der Historismus hatte die schöpferischen Kráfte geláhmt, so dali die Künstler auf weite Strecken nur von Reprisen álterer Stile zehrten. Man war allzu lange blind für die Vielgestaltigkeit und dialektische Zwiespáltigkeit dieses janusköpfigen Zeitalters. Erst in den Jahrzehnten nach dem letzten Krieg sind in der wissenschaftlichen Aufarbeitung der Kunst des 19. Jahrhunderts - nicht zuletzt dank groBzügiger Unterstützung durch die Fritz Thyssen Stiftung - groBe Fortschritte erzielt worden. Wir habén inzwischen durch die Kunst anschaulich erfahren, dali im 19. Jahrhundert alle wesentlichen politischen, geistigen und künstlerischen Grundlagen für die Moderne gelegt worden sind. Deshalb ist ein Rundgang durch die Neue Pinakothek nicht nur ein künstlerischer GenuB, sondern auch aufschluBreich für unser eigenes Selbstverstándnis. Die zahlreichen Neuerwerbungen für die Neue Pinakothek wáhrend der letzten Jahre zielten darauf, den insbesondere von Hugó von Tschudi kurz vor dem Ersten Weltkrieg begründeten internationalen Anspruch dieser Sammlung zu stárken. Viele Stifter und Leihgeber habén uns in diesem Vorhaben unterstützt. Ihnen allén, besonders aber der Familie Scháfer in Schweinfurt für die Ermöglichung des ,,Georg Scháfer-Saales", gebührt herzlicher Dank. Am Zustandekommen des vorliegenden Katalogs waren, neben den Mitarbeitern der Bayerischen Staatsgemáldesammlungen, eine Reihe von Kolleginnen und Kollegen beteiligt, denen für ihre Beitráge zu danken ist: Jens Christian Jensen, Kiel, Horst Ludwig, Berlin, Annemarie Menke, Bonn, Christiane Rösner, München, Hinrich Sieveking, München. Besonderer Dank ist den beiden derzeitigen Volontárinnen der Sammlungen, Cornelia Stabenow und Susanne Thesing, für ihren Einsatz in der hektischen SchluBphase der Redaktion auszusprechen. Peter Eikemeier hat viel Mühe und Sorgfalt darauf verwandt, die Texte für die Drucklegung vorzubereiten. SchlieBlich und nicht zuletzt gilt unser Dank Herrn Dieter Lipp und seinen Mitarbeitern für die angenehme Zusammenarbeit bei der Drucklegung. Erich Steingráber