Bővebb ismertető
Mit dem Thema neue soziale Bewegungen náhert sich politische Bildung einem gesellschaftlichen Phánomen, zu dessen Merkmalen die bewuGte Distanz zu staatlichen Institutionen gehört. Seit Anfang der siebziger Jahre, mit dem ver-stárkten Aufkommen von Bürgerinitiativen machen sie mit unkonventionellen, nicht institutionalisierten Beteiligungsformen von sich reden: Selbsthilfegruppen, alternative Projekte, Friedens-, Frauen- und Ökobewegungen, selbstverwaltete Betriebe, um nur einige Beispiele zu nennen.Die Entwicklung hat gezeigt, daB Frontstellungen zwischen Staat und Bewegun-gen abgebaut werden konnten und nunmehr Gewöhnungs- und Annáherungspro-zesse sichtbar werden. Das liegt zum einen an Tendenzen in den neuen sozialen Bewegungen selbst, für die Autonomie und Antistaatlichkeit nicht mehr durch-gángig zu den Leitprinzipien záhlen; zum Teil sind sie auch in eine Phase der Institutionalisierung (Vernetzung) und Professionalisierung getreten. Die Konsti-tuierung der Partei DIE GRÜNEN kann als ein Ausdruck hierfür gesehen werden. Zum anderen finden sich die Anliegen verschiedener Bewegungen heute zum Teil wie selbstverstándlich bei den Themen von Partéién und Interessenver-bánden.Politische Bildung, die solchen Entwicklungen Rechnung tragen und ihre Aufklá-rungsfunktion ernst nehmen will, muG den politischen Aktionsbereich, wie er sich in den neuen sozialen Bewegungen darstellt, in ihr Aufgabenfeld einbeziehen. Politik findet heute weniger denn je ausschlieBlich in Partéién und Parlamenten statt. Die Reflexion über Formen und Inhalte, Möglichkeiten und Grenzen der neuen sozialen Bewegungen im demokratischen Rechtsstaat gehört daher notwen-dig zu den aktuellen Bedürfnissen politischer Bildungsarbeit.Mit dem Ziel, auch engagierte gesellschaftliche Gruppén im auBerinstitutionellen Bereich anzusprechen, kann politische Bildung versuchen, einen Beitrag zu leisten zur produktiven Auseinandersetzung zwischen den Anliegen wichtiger gesell-schaftlicher Tráger und denen von Bürgern, die der Problemlösungsfáhigkeit herkömmlicher staatlicher Institutionen bei den anstehenden gesellschaftlichen und (über-) lebenswichtigen Aufgaben eher miBtrauen. Dabei kann davon ausge-gangen werden, daB Partizipationsformen, wie sie von eben jenen miBtrau-ischen Bürgern, die in den neuen sozialen Bewegungen engagiert sind oder ihnen nahestehen, praktiziert werden, in der.Regel keinen antidemokratischen Impetus aufweisen (Max Kaase).Der vorliegende Band ist in Teilen als Selbstdarstellung verschiedener Bewegungen und Bewegungsmilieus zu verstehen, die dem Leser eine Innenansicht ermöglichen sollen. Insgesamt handelt es sich bei den Beitrágen überwiegend um