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I. Kapitel
»Schläfst du?«
Molle hatte sich ganz tief unter ihre Bettdecke vergraben. Nur der rechte große Zeh schaute unter dem Bettzipfel hervor. Jemand grabbelte mit kleinen, kalten Fingern an ihrer Fußsohle entlang. Molle zog das Bein hastig unter die Decke und grunzte, während sie ihr Gesicht noch ein bisschen tiefer in das Kissen drückte.
Ben kletterte auf Molles Bett, kroch über die Decken und Kissen nach vorn und zupfte sacht an der Bettdecke. »Schläfst du, Molle?«
Molle presste die Augen fest zusammen. »Das merkst du doch«, murmelte sie. »Lass mich in Ruhe, kleine Nervensäge.«
Ben machte sich auf ihrer Bettdecke eine Kuhle und kuschelte sich hinein. Sein Gesicht war so dicht an ihrem, dass sie seinen Atem spüren konnte. Er versuchte, sie irgendwie wach zu kriegen.
»Du sollst nicht mehr schlafen. Bitte, bitte, wach doch auf, Molle!«
Molle stöhnte. »Wie spät ist es?«
»Weiß ich doch nicht«, war Bens jämmerliche Antwort. »Ihr habt mir ja nicht gelernt, wie man eine Uhr lesen kann.«
»Ich zeige es dir später. Kleiner.« Molle zog die Bettdecke bis ans Kinn. Sie gähnte herzhaft. »Aber jetzt bin ich noch viel zu müde.«