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Meine Zunge soll an meinem Gaumen kleben, wenn ich deiner nicht gedenke, wetm ich nicht lasse Jerusalem meine höchste Freude sein. Psalm 137, 6
Lieber Leser!
Kennen Sie auch diese leidenschafthche Sehnsucht? Damals waren es Juden im babylonischen Exil, die so leidenschaftlich nach Gott und seiner Gegenwart schrien. Und noch heute denken gläubige Juden in aller Welt voller Sehnsucht an Jerusalem. Nicht weil diese Stadt so schön und friedlich wäre, sondern weil sie der Ort ist, an dem Gott seinen Namen wohnen lassen wollte. Der Farbholzschnitt von Andreas Felger, der einmal nicht die Klagemauer und den Felsendom, sondern christliche Stätten Jerusalems zeigt, erinnert uns daran: Christen verbinden mit Jerusalem nicht nur die Hoff-nimg Israels, sondern auch das Zeichen des Kreuzes. Das Kreuz von Golgatha aber ist über der ganzen Welt aufgerichtet. In Ihm, dem Gekreuzigten, wollte und will Gott selbst unter uns wohnen in der Kraft seines Wortes und Geistes, wo immer wir leben.
Darum kann es in all der Gottesferne und Entfremdung, die wir heute gewiß so bedrückend empfinden wie die Menschen damals, auch unsere „höchste Freude" werden, die Orte und Gelegenheiten aufzusuchen, in denen wir Ihn hören und finden können.
Dazu möchten die Andachten und Meditationen dieses Kalenders dienen. Sie sind eine tägliche, immer neue " und konkrete Einladung, den Ruf Jesu für uns und imser Leben anzunehmen, der uns als Jahreslosung durch das